Vereinsgeschichte

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Ansichtskarte zur Eröffnung des DSC-Stadions im Sport- und Turnpark Ostragehege am 12. Oktober 1919

Die Vereinsgeschichte des Dresdner SC und seiner Vorgängervereine, wie sie von Vereinsarchivar Andreas Tschorn erarbeitet wurde.

Zur besseren Lesbarkeit ist die Vereinschronik in Jahrzehnte untergliedert.

1840er Jahre[Bearbeiten]

11. Dezember 1843

Turnerkreuz des Dresdner TV

Neun junge Männer unter der Leitung von Ernst Steglich, Hermann von Lindeman und Moritz von Lindeman gründen am 11. Dezember 1843 den Dresdner Turnverein als ersten Sportverein in der Stadt Dresden und drittältesten Sportverein im Königreich Sachsen nach dem TV 1840 Falkenstein und der ebenfalls 1843 gegründeten TG Plauen. Dieser Tag gilt heute als die Geburtsstunde des Dresdner Vereinssports.

12. Februar 1844

Am 12. Februar 1844 findet die offizielle Gründungsfeier des Dresdner TV statt. Unter den 30 dabei anwesenden Männern war auch Dr. Hermann Köchly, Oberlehrer an der Dresdner Kreuzschule.

4. September 1844

Der Dresdner TV veranstaltet am 4. September 1844 sein erstes Schauturnen.

1846

Ernst Steglich, Gründungsmitglied des Dresdner TV, gibt ab 1846 die neue Zeitschrift Der Turner heraus.

9. Mai 1847

Die Vereinsfahne des Dresdner TV wird am 9. Mai 1847 geweiht.

1847

Als erster deutscher Sportverein gestattet der Dresdner TV auch Frauen den Zutritt. 1847 wird ein "Turnlehrgang für Erwachsene des weiblichen Geschlechts" eingerichtet.

1848

Der Dresdner TV hat nur wenige Jahre nach seiner Gründung 1848 schon 2.973 Mitglieder, darunter 1.431 turnende Kinder.

1850er Jahre[Bearbeiten]

16. Oktober 1850

In der Friedrichstraße 56 im Dresdner Stadtteil Friedrichstadt wird am 16. Oktober 1850 die Königlich-Sächsische Turnlehrerbildungsanstalt eröffnet. Moritz Kloß wird erster Direktor.

1. Januar 1855

Auf dem städtischen Platz am Schießhaus in der Wilsdruffer Vorstadt (in der Nähe des heutigen Bahnhofs Dresden-Mitte) weiht der Dresdner TV am 1. Januar 1855 seine erste eigene Turnhalle ein.

30. Oktober 1858

Der Anglo-American Club Dresden wird am 30. Oktober 1858 im Hotel Bellevue gegründet. Der Kulturverein der amerikanisch-britischen Gemeinde in Dresden bietet seinen Mitgliedern auch Sportmöglichkeiten.

1860er Jahre[Bearbeiten]

17. Januar 1861

Der Turnverein für Neu- und Antonstadt Dresden wird am 17. Januar 1861 gegründet.

6. Februar 1861

Am 6. Februar 1861 formiert Ernst Wilhelm Staberoh eine 15 Mann starke Fechtriege im TV Neu- und Antonstadt Dresden, die Keimzelle der späteren Abteilung Fechten des Dresdner SC. Zunächst wurde mit Florett, ab 1864 auch mit Säbel gefochten.

1861

In Dresden lebende Engländer gründen 1861 den Dresden Cricket Club.

12. August 1863

Dresden Cricket Club vs. Cambridge University am 12. August 1863 im Ostragehege

Am 12. August 1863 empfängt der Dresden Cricket Club die Cambridge University. Das Kricketspiel wird im Ostragehege ausgetragen.

12. Juni 1865

Die neue Abteilung Sängerschaft des Dresdner TV weiht am 12. Juni 1865 ihre Fahne.

1865

Vereinslogo des ATV Dresden

Der Dresdner TV benennt sich 1865 um in Allgemeiner Turnverein zu Dresden.

1870er Jahre[Bearbeiten]

1872

Die Trommler- und Pfeiferabteilung, der Spielmannszug des ATV Dresden, wird 1872 gegründet.

18. Oktober 1873

Vereinslogo des Dresden FC

In Dresden lebende Amerikaner und Engländer gründen auf Initiative der Studenten G. C. H. Brown und William Sapte am 18. Oktober 1873 den Dresden Football Club, der zunächst Leichtathletik und Rugby betreibt. Zum ersten Präsidenten wird John Smith Gilderdale von den 64 Gründungsmitgliedern gewählt. Der DFC trainiert meist auf den Güntzwiesen am Großen Garten.

Leichtathletik-Wettkämpfe des Dresden FC am 28. März 1874 in Dresden

Juli 1875

In Dresden findet vom 25. bis zum 27. Juli 1875 der 6. Deutsche Turntag statt.

13. Mai 1876

Der Dresdner Schachbund, ältester Vorgängerverein der späteren Abteilung Schach des Dresdner SC, wird am 13. Mai 1876 gegründet. Um die Jahrhundertwende avancierte der später in Dresdner Schachverein umbenannte Klub zum größten Schachverein Deutschlands.

1877

In Löbtau bei Dresden wird 1877 der Turnverein Löbtau gegründet. 1933 wird der Verein in Turnerschaft 1877 Dresden umbenannt.

1880er Jahre[Bearbeiten]

9. November 1883

Der Rugby spielende Fußballring am Königlichen Gymnasium zu Dresden-Neustadt wird am 9. November 1883 gegründet.

Juli 1885

Vom 18. bis zum 23. Juli 1885 findet das 6. Deutsche Turnfest mit 19.803 Teilnehmern unter der Leitung des Geheimen Hofrathes Gustav Ackermann in Dresden statt. Unter den Zuschauern sind auch der deutsche Kaiser Wilhelm I., der österreichische Kaiser Franz Joseph I., der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck und der sächsische König Albert I. Alle Einrichtungen für das Turnfest befinden sich auf dem Festplatz am Großen Garten. Die Festhalle ist 108 Meter lang, im Hauptteil 36 Meter breit und in der Mitte 35 Meter hoch.

1886

Die Abteilungen Fechten und Radsport des ATV Dresden werden 1886 gegründet.

Herbst 1886

Unter der Leitung von Woldemar Bier (von 1882 bis 1905 Direktor der Turnlehrerbildungsanstalt) spielen 12- bis 14-jährige Dresdner Jungen im Herbst 1886 erstmals auf der Schmelzwiese im Ostragehege organisiert Rugby. Im Sommer 1887 lässt sich Woldemar Bier direkt aus London für zehn Mark einen Lederfußball schicken. Generelle Jugendspiele unter Woldemar Bier gab es seit dem 21. Juni 1884 auf verschiedenen Plätzen in Dresden. Association-Fußball steht spätestens ab 1890 auf dem Programm.

1890er Jahre[Bearbeiten]

26. April 1890

Der Fußballverein am Königlichen Gymnasium zu Dresden-Neustadt wird am 26. April 1890 gegründet.

Oktober 1890

Der Fußballclub am Wettiner Gymnasium zu Dresden wird im Oktober 1890 gegründet. In der Folge entstehen weitere Schulmannschaften wie der Fußballring am Gymnasium zum heiligen Kreuz zu Dresden, der Fußballverein am Annen-Realgymnasium zu Dresden und der Fußballring der Dreikönigschule zu Dresden. Aus diesen Schulmannschaften rekrutieren die ersten Dresdner Fußballvereine in den kommenden Jahren die meisten Aktiven.

1. Januar 1891

Am Neujahrstag 1891 gewinnt der Dresden Football Club sein erstes dokumentiertes Fußballspiel mit 7:0 gegen den English FC Berlin.

18. April 1892

Spielszene aus der Partie der Verbandsauswahl des DFuCB gegen den Dresden FC am 18. April 1892 in Berlin

Auf dem Berliner Exercirplatz Einsame Pappel zwischen der Schönhauser Allee und der Bernauer Straße besiegt der Dresden Football Club am 18. April 1892 eine Berliner Stadtauswahl mit 0:3. Die Berliner Stadtauswahl war zugleich die Verbandsauswahl des Deutschen Fußball- und Cricketbundes und kann daher als frühe deutsche Nationalmannschaft bezeichnet werden, auch wenn sie nur aus Berlinern bestand. Unter den zahlreichen Zuschauern befinden sich auch Vertreter des preußischen Kultusministeriums und der englische Botschafter in Berlin. Es handelt sich um das erste groß in der Öffentlichkeit angekündigte Fußballspiel in Deutschland. Und die mehreren hundert Zuschauer, eine weitere Premiere, müssen sogar Eintritt entrichten. Der im Norden Berlins gelegene Platz besteht allerdings nur aus Staub, Gras sieht man keines.

Januar 1893

Vereinslogo des Neuen Dresdner FC

15 fußballspielende Mitglieder des TV Löbtau machen sich im Januar 1893 selbstständig und nennen sich in Ehrfurcht vor dem Dresden Football Club Neuer Dresdner Fußball-Club. Carl Thomas wird der erste Vereinsvorsitzende.

10. März 1894

Nach einer mehrjährigen Siegesserie ohne Gegentor verliert der Dresden Football Club am 10. März 1894 beim Berliner TuFC Viktoria 1889 mit 2:0 und kassiert damit die erste Niederlage der Vereinsgeschichte.

2. September 1894

In Gegenwart von Sachsens König Albert I. veranstaltet der ATV Dresden am 2. September 1894 ein Jubelschauturnen.

1896

Der Neue Dresdner FC gründet 1896 eine 2. Fußballmannschaft. Im November 1896 spielt sie auf der Vogelwiese 0:0 gegen den Fußballverein am Annen-Realgymnasium zu Dresden.

12. April 1896

Am 12. April 1896 wird der Grundstein zur neuen vereinseigenen Turnhalle des ATV Dresden auf einem am 1. Juli 1895 erworbenen Bauplatz an der Permoserstraße im sogenannten Kleinen Ostragehege gelegt. Wie die alte Turnhalle am Schießhaus liegt auch die neue ATV-Turnhalle im Stadtteil Wilsdruffer Vorstadt an der Grenze zur Friedrichstadt. Die 200.000 Mark teure Turnhalle, die modernste und am besten eingerichtete im Deutschen Reich, wird schließlich am 14. Februar 1897 eingeweiht. Sie umfasst eine Haupthalle mit 900 Quadratmetern Grundfläche, zwei kleinere Nebenhallen, einen geräumigen Fechtsaal, mehrere große Umkleideräume, ein Sitzungszimmer und eine Hausmeisterwohnung. Der Turnplatz direkt neben der Halle, welcher offiziell am 15. Mai 1898 eingeweiht wird, ist 2.200 Quadratmeter groß. Zum Areal gehören zusätzlich ein Sportplatz und drei Häuser, in denen auch die Geschäftsstelle und die Turnerschänke untergebracht sind.

30. April 1898

Aquarell der Pfarrgasse mit dem Hotel Stadt Coblenz von Otto Schneider 1904

Unter der Leitung von Karl Baier gründen fünf junge Fußballer, die im März 1898 aus dem Neuen Dresdner FC ausgetreten waren, da sie neben Fußball auch andere Sportarten treiben wollten, was sie beim NDFC aber nicht durften, am 30. April 1898 gegen Mitternacht in der Gaststätte des Hotels Stadt Coblenz in der Pfarrgasse 3 direkt neben der Kreuzkirche den Dresdner Sport-Club. Von Anfang an werden auch Leichtathletik und Radsport im Verein betrieben, zeitweilig auch Fechten und Kricket. 1910 wird die Abteilung Tennis gegründet, 1913 die Abteilung Wintersport und 1916 die Abteilung Schlagball. Die Abteilung Hockey wird im August 1915 von Dresdner Gymnasiasten auf Initiative von Arno Neumann gegründet. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg kommen Boxen (1924), Faustball (1926), Handball (1923), Kanu (1928), Tischtennis (1937 nach einer Unterbrechung wiedergegründet) und Turnen (1919) hinzu. Von Eugen Fritzsche wird 1935 die Abteilung Schwimmen gegründet.

6. Mai 1898

DSC-Vereinslogo

Bei der ersten Mitgliederversammlung am 6. Mai 1898 einigen sich die 13 als Gründungsmitglieder zählenden Männer auf die Vereinsfarben Schwarz-Mohnrot und die DSC-Fahne als Vereinslogo. Außerdem wurde der Vereinsname bestätigt. Der erste DSC-Vorstand setzt sich zusammen aus dem Vorsitzenden Karl Baier und den Herren Kühnel, Hänsch, Keßler, Winsch und Eales. Die ersten Fußbälle der Marke "The Victor" zu jeweils 10 Mark sowie die schwarz-rote Spielkleidung werden vom Berliner "Sporthaus Anton Steidel" bezogen, da es in Dresden noch kein Sportgeschäft gibt. Bis dahin spielten die DSCer in schwarzer Hose und weißem Hemd wie der NDFC.

13. Mai 1898

Zwei Wochen nach der Vereinsgründung und ohne jegliches absolviertes Training siegt der Dresdner SC am 13. Mai 1898 in seiner ersten Partie überhaupt, ein Herausforderungsspiel beim verbliebenen Rest des Neuen Dresdner FC, mit 1:4. Ebenfalls noch im Gründungsjahr erkämpft sich der DSC ein 0:0 gegen die Reste des Dresden Football Clubs, das so langsam dessen Ende einläutet.

16. Mai 1898

An der Canalettostraße findet am 16. Mai 1898 das erste Freundschafts- und Trainingsspiel des Dresdner SC statt. Es wird mit 4:2 beim Fußballring am Kreuzgymnasium Dresden verloren. Vier Tage später trainiert man am 20. Mai 1898 erstmals auf der Schmelzwiese im Ostragehege.

26. Juli 1898

Beim 9. Deutschen Turnfest in Hamburg gibt es am 26. Juli 1898 als Einlage ein Fußballspiel zwischen dem MTV 1879 München und dem ATV Dresden, das die Bayern mit 16:0 gewinnen.

27. November 1898

Spielankündigung gegen den Mittweidaer BC am 27. November 1898 auf dem Sportplatz an der Lennéstraße

Auf dem Sportplatz an der Lennéstraße bestreitet der DSC sein erstes Wettspiel gegen einen auswärtigen Gegner. Dem Mittweidaer BC unterliegt man mit 0:2 (0:1).

4. Dezember 1898

Der Dresdner SC erreicht in seinem ersten Spiel außerhalb von Dresden am 4. Dezember 1898 auf der Prager Kaiserwiese ein beachtliches 0:0 beim VRFC Regatta Prag.

März 1899

Bei der Jahreshauptversammlung im März 1899 wird von den 30 anwesenden Mitgliedern die 2. Mannschaft des Dresdner SC gegründet. Diese tritt zum 1. Stiftungsfest am 30. April 1899 beim Neuen Dresdner FC II an. In den folgenden acht Jahren werden auch eine 3., eine 4. und eine 5. Mannschaft ins Leben gerufen. Später kommt auch noch eine 6. Mannschaft hinzu.

6. April 1899

Am 6. April 1899 wird eine erste Junioren-Fußballmannschaft des Dresdner SC gegründet, die aber mangels gleichartiger Gegner vorerst gegen Männerteams antreten muss.

23. August 1899

Die sächsische Landesregierung als Eigentümer untersagt dem Dresdner SC am 23. August 1899 den Trainingsbetrieb im Ostragehege. Neue Spielorte werden bis 1904 die Güntzwiesen und der Sportplatz an der Dorotheenstraße im Stadtteil Strehlen.

1900er Jahre[Bearbeiten]

28. Januar 1900

Der Dresdner SC wird am 28. Januar 1900 Gründungsmitglied des Deutschen Fußball-Bundes.

28. Januar 1901

Zusammen mit dem Neuer Dresdner FC (bis Herbst 1899 Dresdner FC 1893, ab 18. Juli 1919 Dresdner SG 1893, ab 6. März 1935 SG 1893 Dresden, ab 16. April 1940 wieder Dresdner SG 1893, 1945 verboten und aufgelöst, Neugründung Anfang 1946 als SG Neustadt-Ost, ab 1946 SG Neustadt, heute Sportfreunde 01 Dresden-Nord) und dem BC Sportlust Dresden (1945 verboten und aufgelöst) gründet der Dresdner SC am 28. Januar 1901 den Verband Dresdner Ballspiel-Vereine. Bei der ersten Dresdner Gaumeisterschaft, die von März bis September 1901 unter den drei Vereinen ausgetragen wurde, wird der DSC Vizemeister hinter dem BC Sportlust Dresden. Dies nur aufgrund von Sportgerichtsurteilen, denn eigentlich hatte der DSC sämtliche Spiele souverän gewonnen.

17. März 1902

Der erstmals Dresdner Gaumeister gewordene Dresdner SC unterliegt im Finale der erstmals ausgetragenen Mitteldeutschen Verbandsmeisterschaft am 17. März 1902 beim FC Wacker Leipzig mit 6:3.

1902

Inzwischen existieren vier Fußballmannschaften, drei Männerteams und ein Juniorenteam.

20. September 1902

In Cotta bei Dresden (1903 eingemeindet) wird am 20. September 1902 der Dresdner Ruder-Club, Vorgängerverein der späteren Abteilung Rudern des Dresdner SC, von sechs Männern im Restaurant "Dampfschiff" gegründet.

1904

Der neue DSC-Sportplatz an der Nossener Brücke im Stadtteil Südvorstadt nahe Löbtau wird 1904 in Betrieb genommen. Das Gelände verfügt über drei Spielfelder und einen großzügigen Umkleideraum mit Waschgelegenheit im Vereinslokal Zur Sorge. Aus treppenförmig aufgestellten ehemaligen Kirchenbänken entstand die erste Tribüne. Nachdem zuvor die Güntzwiesen ab Mai 1904 nicht mehr zur Verfügung standen, mietete sich der DSC auf Initiative von Walther Hänsch und Johannes Kühnel im Sommer 1904 bis zur Eröffnung kurzzeitig an der Radrennbahn an der Pfotenhauerstraße in der Johannstadt ein.

24. April 1905

Der DSC wird am 24. April 1905 zum ersten Mal Mitteldeutscher Verbandsmeister. Er gewinnt das Finale gegen den Halleschen FC 1896 mit 3:2 und wird später Dritter der Deutschen Meisterschaft, nachdem er im Halbfinale am späteren Deutschen Meister Berliner TuFC Union 1892 gescheitert war.

1907

In einem Freundschaftsspiel schlagen die DSC-Fußballer den Deutschen Meister VfB Leipzig 1907 mit 5:1.

24. Mai 1907

Gegen den englischen Portsmouth FC wird am 24. Mai 1907 auf dem DSC-Sportplatz an der Nossener Brücke mit 1:6 (1:2) verloren. Arno Neumann gelang der Ehrentreffer. 900 Mark Antrittsgage ließ sich der DSC dieses Spiel kosten.

18. August 1907

Vincenz Duncker beim Hürdenlauf

DSC-Leichtathlet Vincenz Duncker erringt bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften am 18. August 1907 in Breslau über 100 Meter (11,0 Sekunden), 400 Meter (56,0 Sekunden) und 110 Meter Hürden (16,0 Sekunden) die ersten deutschen Meisterschaften für den Dresdner SC.

20. April 1908

Fußball-Dresdens erster Nationalspieler Arno Neumann

Beim ersten offiziellen Fußball-Länderspiel auf deutschem Boden (Deutschland gegen England Amateure, 1:5 vor 7.000 Zuschauern in Berlin-Mariendorf) am 20. April 1908 steht mit Arno Neumann der erste von insgesamt 17 A-Nationalspielern des DSC auf dem Platz.

1908

Der Southampton FC kommt 1908 zu einem Freundschaftsspiel und gewinnt auf dem DSC-Sportplatz an der Nossener Brücke mit 2:5.

1910er Jahre[Bearbeiten]

1911

In Dresden findet 1911 der 15. Deutsche Turntag statt.

Oktober 1911

Vom 11. bis zum 25. Oktober 1911 nehmen 16 DSCer eine Einladung der von den Engländern John Richardson und Thomas Aspden bereits im August 1901 gegründeten Sankt-Peterburg Football League an. Die abenteuerliche Eisenbahn-Anreise nach Russland dauert 36 Stunden. Vor 6.000 Zuschauern in Sankt Petersburg spielt der DSC 2:2 gegen die russische Nationalmannschaft. Gegen eine Sankt Petersburger Stadtauswahl unterliegt man vor 5.000 Zuschauern mit 3:2 (2:2), eine Liga-Auswahl englischer Spieler wird mit 1:4 (0:3) besiegt.

31. März 1912

Lage des DSC-Sportplatzes am Schützenhof

Der neue DSC-Sportplatz am Schützenhof an der Neuländer Straße im Dresdner Stadtteil Trachau wird am 31. März 1912 eröffnet. Im Einweihungsspiel unterliegt der DSC vor deutlich mehr als 1.000 Zuschauern dem FC Wacker Leipzig mit 0:2 (0:2). Als weiterer Platz wird in der Folgezeit außerdem der Sportplatz an der Friedensstraße genutzt.

1. Oktober 1912

Erstmals erscheint am 1. Oktober 1912 die monatliche ATV-Vereinszeitung Mitteilungen des Allgemeinen Turnvereins zu Dresden.

26. Juni 1913

Der Dresdner SC beschließt am 26. Juni 1913 die Eintragung in das Vereinsregister durch die Annahme einer entsprechenden Vereinssatzung.

12. Juli 1913

Mit der Eintragung in das Vereinsregister am 12. Juli 1913 erhält der Dresdner Sport-Club das Kürzel e. V.

28. Dezember 1913

Werbebriefmarke für das Gesellschaftsspiel gegen den FC Stuttgarter Kickers

In einem Freundschaftsspiel unterliegt der DSC dem süddeutschen Meister FC Stuttgarter Kickers am 28. Dezember 1913 mit 2:4 (1:1). Trotz strömenden Regens und Schneefall sahen einige Hundert Zuschauer die Partie auf dem DSC-Sportplatz am Schützenhof.

31. Dezember 1913

Im letzten Jahr vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges hat der ATV Dresden zum 31. Dezember 1913 2.311 Vereinsmitglieder. Der ATV Dresden bietet neben dem Turnen, Singen, Fechten und Radfahren längst auch Sportarten wie Wandern, Leichtathletik, Gewichtheben, Faustball und Fußball an.

Juli 1914

Skizze der geplanten Oswald-Sohre-Hütte 1915

Der ATV Dresden erwirbt im Juni 1914 die Ruine eines "Bruchhütte 74" genannten Gemäuers und baut sie 1915 zur Oswald-Sohre-Hütte um.

1915

Erstmals erscheint 1915 die monatliche DSC-Vereinszeitung DSC-Nachrichten.

August 1915

Im August 1915 wird die Abteilung Hockey von Dresdner Gymnasiasten auf Initiative von Arno Neumann gegründet. Die Hockeymannschaft bestreitet am 6. April 1916 ihr erstes Spiel gegen die Auswahl des Vitzthumschen Gymnasiums. In der Folge wird sogar Eishockey auf dem Palaisteich im Großen Garten betrieben. Da man aber auch die allerletzten Spieler zum Ersten Weltkrieg einzog, schlief der Hockeybetrieb beim DSC 1918 wieder ein. Im Sommer 1919 bildet sich aus Leichtathleten und Schlagballspielern des DSC erneut eine Hockeymannschaft, die bereits im September ihren ersten Vergleich austrägt. 1928 umfasst die Abteilung fünf Teams (Frauen und Männer sowie männliche Jugend).

1. Oktober 1919

Der VTB Turnlust Dresden schließt sich zum 1. Oktober 1919 als Abteilung Turnen an den Dresdner SC an.

12. Oktober 1919

Anzeige zur Einweihung des Sport- und Turnparks Ostragehege

Der Sport- und Turnpark Ostragehege mit mehreren Sportplätzen und dem DSC-Stadion als damals modernstes Stadion Deutschlands wird am 12. Oktober 1919 eröffnet. Der Bau kostete 181.000 Mark, nach anderen Quellen 160.000 Mark, die komplett aus dem Kreise der Vereinsmitglieder aufgebracht wurden. Die vereinseigene Sportstätte entstand und wuchs seit Dezember 1918 aus eigener Kraft. Das Stadion umfasst eine 420 Meter lange Laufbahn mit erhöhten Kurven und eine 100-Meter-Laufbahn, Anlagen für Hoch- und Weitsprung und eine zunächst provisorische 42 Meter lange und acht Meter hohe überdachte Tribüne mit 500 Sitzplätzen. Insgesamt finden 20.000 Besucher Platz. Bereits 1913 war der Bau durch Architekt und Oberbaurat Reinhold Mittmann geplant worden. Jedoch kam der Ausbruch des Ersten Weltkriegs dazwischen. Zur Eröffnung des Stadions unterliegen die DSC-Fußballer dem VfB Leipzig mit 0:1. Das gleichzeitig veranstaltete Hockeyspiel verliert der DSC mit 1:4 gegen den Dresdner HC 1908. Ein Schlagballspiel gewinnt der DSC mit 81:72 Punkten gegen den TV Chemnitz-Schönau. Ebenso wird ein Korbballspiel ausgetragen.

1920er Jahre[Bearbeiten]

4. März 1922

Die Alt-Herren-Vereinigung wird am 4. März 1922 als eigenständige Abteilung im DSC gegründet, um einen engen Zusammenschluss aller Altherrenmannschaften im Verein zu erreichen. Ebenso zur Hebung der Geselligkeit und um die Interessen der älteren Vereinsmitglieder geschlossen vertreten zu können. Die aktiven Mitglieder der Abteilung betreiben hauptsächlich Fußball, Hockey und Leichtathletik.

24. Januar 1923

Am 24. Januar 1923 macht sich die Abteilung Turnen bedingt durch die sogenannte reinliche Scheidung wieder als VTB Turnlust Dresden selbstständig. Der Sport- und Turnpark Ostragehege wird nun nur noch Sportpark Ostragehege genannt.

Februar 1923

Ein Hochwasser im Februar 1923 richtet im DSC-Stadion 1,5 Millionen Mark Schaden an. Daraufhin erfolgt eine Anhebung des Stadions um 2,5 Meter. Bereits Anfang 1920 war das Stadion das erste Mal vom Hochwasser betroffen. Das Wasser im Kasino stand hier einen Meter hoch.

1924

Die Tribüne im DSC-Stadion erhält 1924 ein Dach aus Stahl. Ein Jahr später erfolgt an dieser Stelle die Errichtung einer Holztribüne mit 1.560 Sitzplätzen.

1925

Das Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen 47 Mitglieder des DSC wird 1925 im Ostragehege eingeweiht. Es wird 1956 von den kommunistischen Machthabern stillschweigend entfernt und entsorgt.

1. Juni 1928

Die am 7. Dezember 1925 gegründete Post-Sportvereinigung Dresden weiht vom 1. bis zum 3. Juni 1928 ihren vereinseigenen Sportplatz im Sportpark Ostragehege ein, den heutigen Platz 11. Auch der spätere Platz 21, der heute Platz 23 heißt, gehörte ebenso wie das Funktionsgebäude mit Kegelbahn zum Areal des Vereins.

15. Juli 1928

Spiel- und Sportplatz des ATV Dresden an der Augustusbrücke

Der Spiel- und Sportplatz des ATV Dresden an der Augustusbrücke wird am 15. Juli 1928 als vereinseigene Sportanlage des ATV Dresden eröffnet.

14. Oktober 1928

Der im November 1918 gegründete Dresdner SV Bar Kochba weiht am 14. Oktober 1928 seinen eigenen Sportplatz im Sportpark Ostragehege ein. Das Gelände wurde von der Stadt Dresden gepachtet. 1933 wurde der Pachtvertrag von der Stadt Dresden gekündigt. 1935 übernahm der ATV Dresden den Sportplatz.

18. Oktober 1928

Feuer im Ostragehege: Das DSC-Vereinshaus und die gesamte Holztribüne werden in der Nacht zum 18. Oktober 1928 ein Opfer der Flammen.

1929

Die DSC-Handballerinnen werden 1929 zum ersten Mal Mitteldeutscher Meister. Auch 1932 holen sie sich nochmals die Meisterschaft.

24. November 1929

Im Ostragehege wird am 24. November 1929 das neue Vereinsheim und die neue Steintribüne mit rund 800 Sitzplätzen eingeweiht. Der Wiederaufbau begann am 7. August 1929 nach den Plänen des Architekten Materne. Spielpartner zur Eröffnung ist die SpVgg Fürth, die vor 20.000 Zuschauern mit 0:3 (0:1) gewinnt. In den Folgejahren erfolgt ein stetiger Ausbau des Stadions auf eine Zuschauerkapazität von 60.000.

1930er Jahre[Bearbeiten]

1. Juni 1930

Im Viertelfinale der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft besiegt der DSC am 1. Juni 1930 den Deutschen Meister SpVgg Fürth mit 5:4 nach Verlängerung.

31. August 1930

Die neue Holztribüne mit Sitzplätzen für 2.200 Zuschauer im DSC-Stadion wird am 31. August 1930 mit einem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg eingeweiht.

26. April 1931

Beim Länderspiel gegen die Niederlande am 26. April 1931 in Amsterdam (1:1) läuft die Deutsche Nationalmannschaft mit den vier DSCern Richard Hofmann, Friedrich Müller, Karl Schlösser und Kurt Stössel in der Startelf auf.

18. November 1931

Der DSC besiegt am 18. November 1931 den Deutschen Meister Hertha BSC mit 4:3.

1932

Erstmals werden die Leichtathletik-Frauen des DSC 1932 Deutscher Meister über 4 × 100 Meter. 1936 gewinnt man den Titel nochmals. Der DSC hat mittlerweile 38 Fußballmannschaften (16 × Männer, 5 × Alte Herren, 5 × Junioren, 4 × Jugend, 8 × Knaben) im Spielbetrieb. Dazu kommen noch 11 Handballmannschaften, 5 Hockeymannschaften und 3 Faustballmannschaften.

August 1933

Im ersten DSC-Spiel des Nationaltorwarts Willibald Kreß wird der Deutsche Meister Düsseldorfer TSV Fortuna 1895 im August 1933 mit 4:1 besiegt.

Frühjahr 1934

Der Dresdner SC sichert sich im Frühjahr 1934 die erste Meisterschaft in der neuen Gauliga Sachsen.

16. Juni 1935

Die 1930 gegründete Taubstummenelf als Fußballmannschaft der Gehörlosen muss den DSC verlassen und schließt sich am 16. Juni 1935 dem am 20. Februar 1935 neu gegründeten Dresdner Gehörlosen-TSV an.

1935

Die Leichtathletik-Frauen des DSC werden 1935 erstmals Deutscher Mannschaftsmeister. Der Titel wird 1936 verteidigt.

August 1936

Mit Luise Krüger, Rudolf Harbig und Katharina Krauß holen drei DSCer bei den Olympischen Spielen im August 1936 in Berlin eine Medaille.

26. März 1937

Der Deutsche Meister 1. FC Nürnberg wird vom DSC am 26. März 1937 mit 5:3 besiegt.

30. April 1938

Zum 40. Stiftungsfest wird dem DSC am 30. April 1938 das Vereinsgelände im Sportpark Ostragehege für 99 Jahre in Erbpacht übertragen. Der DSC, bisher nur Eigentümer seiner Sportstätten, ist nun auch Nutznießer des Grund und Bodens, welcher zuvor dem Staat gehörte. Die NS-Pläne für ein "Deutsches Stadion" mit über 100.000 Plätzen im Ostragehege werden spätestens mit dem Kriegsausbruch ad acta gelegt.

Dresdner SC 1939 bis 1950

1940er Jahre[Bearbeiten]

1. Dezember 1940

Im Berliner Olympiastadion werden die DSC-Fußballer mit einem 2:1 nach Verlängerung gegen den 1. FC Nürnberg am 1. Dezember 1940 erstmals Deutscher Pokalsieger.

Programmheft zum Supercup 1940

16. März 1941

Am 16. März 1941 besiegt der DSC als Deutscher Pokalsieger 1940 den zu einem Herausforderungskampf extra eingeladenen Deutschen Meister FC Schalke 04 mit 4:2 vor 40.000 Zuschauern im DSC-Stadion und wird somit erster Superpokalsieger des deutschen Fußballs.

1941

DSC-Fußballstürmer Fritz Machate schoss in 36 Pflichtspielen in der Saison 1940/1941 sagenhafte 56 Tore.

2. November 1941

Mit einem 2:1 gegen den FC Schalke 04 verteidigen die DSC-Fußballer am 2. November 1941 im Berliner Olympiastadion den Pokal und dürfen sich in der Folge bis 1962 DFB-Rekordpokalsieger nennen. Bereits bei Kriegsbeginn 1939 war ein halbes Dutzend DSC-Stammspieler von der Wehrmacht eingezogen worden. Nach diesem Triumph aber wird der Großteil der Stammelf an die Front berufen. In einigen Spielen muss der DSC fortan sogar mit seiner Juniorenmannschaft antreten. Die DSC-Kicker hatten sich nicht von den Nazis vereinnahmen lassen. Sie wurden erfolglos zum Eintritt in die NSDAP und teilweise SS gedrängt. Und dies sollte kurzfristige Folgen haben. "Hat der DSC auf seine Reserven und seinen Nachwuchs genügend Wert gelegt?", fragt die Presse damals. DSC-Vereinsführer Alwin Weinhold antwortet direkt im Kicker: "Die Reserven stehen jetzt aus zeitbedingten Gründen nicht zur Verfügung. Genannt wird vielfach die Bombenbesetzung bei Schalke 04, das fast in friedensmäßiger Besetzung spielt. Den DSC kümmert dies nicht. Wenn der DSC sechs Stammspieler abgegeben hat und dafür drei Gastspieler erhalten hat, so liegt wohl kein Grund vor, zu behaupten, er habe nur durch die Gastspieler seine Erfolge der letzten Zeit erreicht. Ab November 1941 mußten dann Kreß, Pohl, Dzur, Schubert und Boczek an die Front, Miller und Carstens wechselten als Gastspieler die Standorte und durften laut NSRL nicht mehr für den DSC spielen. Damit standen mit Schön, Kugler, Kreisch und Hempel nur noch vier Stammspieler zur Verfügung. Zuletzt sei noch vermerkt, daß Schaffer operiert wurde und verletzungsbedingt nicht einsatzbereit war. So gilt es nun, auf die Reserven und den Nachwuchs zurückzugreifen und eine neue Mannschaft aufzubauen. Und wo sind diese Reserven? Sämtliche Spieler unserer Reservemannschaft, mit Ausnahme von Heinlein, befinden sich ebenfalls im Wehrmachtsdienst. So blieb nur der Rückgriff auf die Jugendmannschaft, was besonderer Genehmigungen bedurfte. Zwei wurden eingesetzt, einer war verletzt, drei Gastspieler erhielten von der Luftwafffe keine Spielgenehmigung."

19. April 1942

"Das ist eine unerhörte Sensation!" Die Fußballwelt schaut staunend und ungläubig auf Bischofswerda. Als Titelverteidiger wurde dem DSC doch tatsächlich auferlegt, sich für den Pokal über eine eigens vorgeschaltete Zwischenrunde erst qualifizieren zu müssen. Und auch nach diesem Spiel am 19. April 1942 hätte der DSC noch drei Siege hinlegen müssen, um in der 1. Hauptrunde des Pokals zu stehen. Der Sport-Club reist mit seiner Rumpftruppe trotzdem voller Zuversicht nach Bischofswerda, denn selbst mit dieser Mannschaft, bestehend aus Reserve- und Jugendspielern, sollte ein Sieg gegen den Zweitligisten SV Bischofswerda 08 garantiert sein. Und dort rechnet natürlich auch niemand mit einer Sensation. Gerade mal 1.500 Zuschauer wollten die dritte Garde des DSC sehen. Aber der Bezirksklassist Bischofswerda wuchs über sich hinaus und gewann gegen den Dresdner SC mit 3:2. So ein Spiel hatte Bischofswerda noch nicht gesehen. Ganz Deutschland nicht, denn dies war die bis dahin größte Pokalsensation aller Zeiten. Dann noch mal Hoffnung beim DSC und Frust bei Bischofswerda: Aber der Protest des DSC wegen eines nachweisbar nicht spielberechtigten Akteurs der Bischofswerdaer wurde vom Fachamt Fußball einfach abgewiesen. Nachdem der DSC aus besagten Gründen schon seinen Sächsischen Gaumeistertitel 1942 nicht verteidigen konnte, war der Pokal-Titelverteidiger nun auch draußen, lange bevor der Wettbewerb überhaupt richtig begonnen hatte.

27. Juni 1943

Dresdner SC – FV Saarbrücken

Endlich hat es geklappt: Mit einem 3:0 gegen den FV Saarbrücken wird der DSC am 27. Juni 1943 vor 80.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion Deutscher Meister. DSCer Herbert Pohl lief auf, obwohl er im Krieg seinen linken Arm verloren hatte. Fast alle DSCer sind inzwischen Soldaten geworden. Die 18 Gauligaspiele vor der Endrunde enden trotzdem mit einem Rekord: 36:0 Punkte und 136:14 Tore. 200.000 Menschen aus nah und fern feierten die DSC-Meisterkicker bei ihrer Ankunft auf Dresdens Straßen.

18. Juni 1944

Mit einem 4:0 über den Luftwaffen-SV Groß-Hamburg wird der Deutsche Meistertitel vom DSC am 18. Juni 1944 im Berliner Olympiastadion verteidigt. Obwohl der Endspielort aus Angst vor Bomben geheim gehalten wurde, kamen 76.000 Zuschauer. Die gemeinsame Kriegsausgabe von Kicker und Fußball schrieb: "Dresden bleibt des Reiches Fußballresidenz. Mit unnahbarer Überlegenheit wies der DSC seine stürmischen Herausforderer ab. So wie einst niemand die Vormachtstellung Nürnberg-Fürths oder Schalkes antasten und anzweifeln konnte, so vermag jetzt keiner die Herrschaft des Ostrageheges zu leugnen! Sich in Kriegszeiten zu behaupten, erscheint uns erst recht bewundernswert! Den Dresdnern ist wahrhaftig in dieser Endrunde nichts geschenkt worden. Eine gesunde Mischung aus alt und jung, von Heißspornen und kalten Taktikern, von Künstlern und sachlichen Ballarbeitern verschmolz harmonisch zu dieser prächtigen Meistereinheit. Der große Sieg des DSC festigte in der großen deutschen Fußballgemeinde den Glauben an die Macht der Überlieferung, an die Macht der Mannschaftswerdung, an die Macht der in den Jahren organisch entwickelten Vereinsmeisterschaft, deren Abgeordnete ja nur die Erste ist. Eine Fußballelf ist nicht die Summe von elf Spielern, so wenig die Melodie die Summe von Tönen ist. Die Urkräfte der heutigen Meisterschaft des Dresdner Sport-Clubs – dieser großen Sportgemeinschaft Sachsens – zog die Mannschaft schon aus der Arbeit der Friedensjahre. Der Einfluß ihrer alten Kämpen Kreß und Richard Hofmann mag hierfür symbolisch sein. Der Titel zahlt somit nicht nur den Lohn an die elf Spieler und nicht bloß für die Taten von 90 Minuten, von einem Jahr... Weil der Deutsche Meister aus einer Mannschaft geformt wird, die ein Jahrzehnt und länger diesem Ziel zustrebte, darum gönnen ihm die echten Fußballhasen so von Herzen den Triumph. Schon träumt der DSC vom nächsten Jahr. Ihm winkt ein Ruhm, der selbst Nürnberg und Schalke verwehrt blieb: dreimal hintereinander Deutscher Meister zu werden."

1. August 1944

Aus dem Double wird nichts. Der Pokal wird am 1. August 1944 kriegsbedingt abgebrochen. Am 4. August 1944 schrieb der Kicker: "Die Reichsmeisterschaften im deutschen Sport werden eingestellt. Dadurch entfallen auch die Ausscheidungsspiele zum Tschammer-Pokal." Zwei Tage später sollten die Spiele der Ausscheidungsrunde beginnen, um die Teilnehmerzahl auf 32 Mannschaften für die 1. Schlußrunde am 20. August 1944 zu reduzieren. Das letzte Pokalspiel im gesamten Großdeutschen Reich bestritt der Titelfavorit DSC, als er am 6. August 1944 als Titelverteidiger im Finale des Sächsischen Gaupokals gegen die Zwickauer SG mit 9:1 gewann.

7. Oktober 1944

Dresden erleidet am 7. Oktober 1944 zwischen 12:34 und 12:36 Uhr den ersten alliierten Luftangriff. 29 US-amerikanische Bomber werfen 290 Sprengbomben zu je 250 Kilogramm auf den Stadtteil Friedrichstadt ab. Ziele sind der Bahnhof Dresden-Friedrichstadt, der Rüstungsbetrieb Seidel & Naumann und der Alberthafen. Insgesamt 270 Menschen sterben bei diesem Bombenangriff, bei dem auch die Turnerschänke des ATV Dresden an der Permoserstraße zerstört wird.

31. Dezember 1944

Der DSC wird am 31. Dezember 1944 mit einem 6:0 gegen den TV 1846 Meißen Dresdner Bezirksmeister 1944/1945. Danach bricht der Spielbetrieb kriegsbedingt endgültig zusammen. Eine sächsische oder gar deutsche Endrunde wird nicht mehr ausgetragen. So blieb nur der Traum vom dritten Deutschen Meistertitel in Folge, der dem DSC allgemein zugetraut wurde.

13. Februar 1945

Dresden versinkt bei den Luftangriffen in Schutt und Asche. Am 13. Februar 1945 um 22:05 Uhr warfen neun Mosquito-Flugzeuge der 627. Mosquito-Staffel von Leutnant William Topper rote Magnesium-Zielmarkierungsbomben auf die Südostkurve (heutiger Gästeblock) des DSC-Stadions im Ostragehege ab. Die 627. Mosquito-Staffel war der 5. Bomber-Gruppe der britischen Royal Air Force von Oberstleutnant Maurice Smith untergeordnet, welche Dresden um 22:13 Uhr erreichte. Auch viele Sportanlagen, Hallen und Bäder wurden ein Raub der Flammen, darunter das Güntzbad und die Ilgen-Kampfbahn. Komplett zerstört wurden die Turnhalle und alle anderen Gebäude des ATV Dresden an der Permoserstraße 11–15 in der Wilsdruffer Vorstadt. Das komplette Areal wurde Anfang der 1950er Jahre großflächig beräumt und zwischen 1960 und 1966 mit dem Haus der Presse und hierzu gehörenden Gebäuden überbaut. Die Permoserstraße als Verbindungsstraße zwischen Maxstraße und Devrientstraße hatte somit aufgehört zu existieren. Die heutige Permoserstraße im Stadtteil Johannstadt verläuft seit 1971 auf dem ehemaligen nördlichen Abschnitt der Wintergartenstraße.

8. Mai 1945

Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 war den Friedrichstädter Sportvereinen Dresdner SC, ATV Dresden und Post-SG Dresden (gegründet am 7. Dezember 1925 als Post-SpVgg Dresden, am 12. April 1935 Umbenennung in Post-SV Dresden, am 3. Mai 1940 Umbenennung in Post-SG Dresden) jegliche Betätigung verboten.

30. Mai 1945

Der Rat der Stadt Dresden beschließt am 30. Mai 1945: "Das gesamte Vermögen der NSDAP, DAF und der sonstigen politischen Gliederungen der national-sozialistischen Bewegung wird von der Stadt Dresden übernommen." Dies galt auch für die Sportvereine. Die Friedrichstädter Sportvereine Dresdner SC, ATV Dresden und Post-SG Dresden waren enteignet. Die vereinseigenen Sportstätten wurden städtisches Eigentum.

7. Juni 1945

Der Rat der Stadt Dresden beschließt am 7. Juni 1945: "Das Aufgabengebiet der Leibesübungen wird auch weiterhin vom Stadtgesundheitsamt bearbeitet. Vom Rat der Stadt wird ein Sportamt geschaffen und der Abteilung Gesundheitswesen angegliedert. Das Sportamt übernimmt die kommissarische Verwaltung des Vermögens der Dresdner Sportorganisationen." Oberbürgermeister Dr. Rudolf Friedrichs (SPD) setzt Fritz Heinicke (SPD) als ersten Leiter des Sportamts ein.

11. Juni 1945

Sportamtsleiter Fritz Heinicke organisiert am 11. Juni 1945 die erste offizielle Zusammenkunft mit verdienten Männern des Sports, um die zu gehenden Schritte zu beraten. Vier Tage später ist am 15. Juni 1945 in der Dresdner Tagespresse folgender Aufruf von Oberbürgermeister Dr. Rudolf Friedrichs zu lesen: "Alle Sportler, die ehrlichen Willens sind, melden Sie sich sofort in Ihrem Bezirk, Ortsteil oder Verein. Vor allem gilt mein Aufruf den ehemaligen Arbeitersportlern aller Sportarten. Kommt und helft mit! Der Arbeitersport, der 12 Jahre unterdrückt wurde, wird die Führung im Sport übernehmen. Dazu sind die Arbeitersportler nicht nur berechtigt und verpflichtet, sondern vor allem qualifiziert." Der Aufruf verfehlte seine Wirkung nicht. Am 15. Juni 1945 berieten die Schachspieler, am 23. Juni 1945 die Tennisspieler, am 19. und 20. Juni 1945 die Fußballer und am 7. Juli 1945 die Schwimmer und Bergsteiger über den künftigen Weg des Sports in Dresden. Die zu gründenden Sportgemeinschaften mussten den Namen des Stadtteils tragen, in dem die Sportstätte lag. Ebenso durften vorerst nur Sportler Mitglied einer SG werden, wenn sie in dem entsprechenden Stadtteil wohnten.

17. Juni 1945

Am 17. Juni 1945 organisiert das Sportamt das erste große Fußball-Gesellschaftsspiel in Dresden nach dem Zusammenbruch. Die Auswahlmannschaft Dresden-Neustadt unterliegt der Auswahlmannschaft Dresden-Altstadt mit 1:6 (1:1). Die Partie wurde um 14:30 Uhr auf dem Sportplatz an der Malterstraße im Stadtteil Löbtau angepfiffen. Den Stellenwert dieser Begegnung erkennt man an der Anwesenheit von maßgeblichen Entscheidungsträgern der Besatzungsmacht und der von ihr eingesetzten Stadtverwaltung. So waren der stellvertretende sowjetische Stadtkommandant Oberst Sergej Gorochow, Oberbürgermeister Dr. Rudolf Friedrichs, Bürgermeister Kurt Fischer, Gesundheitsdezernent Dr. Eduard Grube und Sportamtsleiter Fritz Heinicke unter den Zuschauern. Die Neustadt spielte in schwarz-weiß gestreiften Hemden der Dresdner Sportfreunde 01. Die Altstadt lief in roten DSC-Trikots mit Richard Hofmann, Herbert Pohl und Helmut Schön auf. Als Kapitän wirkte mit Heinz Hempel ein weiterer DSC-Akteur.

24. Juni 1945

Öffentlicher Gründungsaufruf der SG Friedrichstadt vom 24. Juni 1945

Die Sportgemeinschaft Friedrichstadt wird am 24. Juni 1945, nur 47 Tage nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als Nachfolgeorganisation der verbotenen Friedrichstädter Sportvereine Dresdner SC, ATV Dresden und Post-SG Dresden errichtet. In der Ausgabe 30 vom 24. Juni 1945 der Tageszeitung für die deutsche Bevölkerung wird auf Seite 6 der Gründungsaufruf der SG Friedrichstadt veröffentlicht. Er richtet sich an die Mitglieder der drei verbotenen Vereine sowie an die Friedrichstädter Arbeitersportler bis 1933. Der 24. Juni 1945 war der erste Tag, an dem man sich offiziell als Mitglied der neuen Sportgemeinschaft eintragen konnte und gilt somit als Gründungstag.

30. Juni 1945

Das Sportamt der Stadt Dresden verfügt am 30. Juni 1945 beim Rat der Stadt Dresden die Auflösung aller im NSRL organisierten Vereine in Dresden. Am gleichen Tag war in der Dresdner Tagespresse zu lesen: "Alle Turn-, Spiel- und Sportvereine oder sonstige Leibesübungen treibende Organisationen gelten als aufgelöst. Das gesamte Vermögen oder sonstige Vermögenswerte sind von der Stadtverwaltung Dresden beschlagnahmt, die ausschließlich das Verfügungsrecht über das Vermögen und die Vermögenswerte hat. Alle Vorsitzenden und Kassierer genannter Vereine oder Organisationen werden aufgefordert, sofort ihr gesamtes Vermögen und ihre gesamten Vermögenswerte beim Rat zu Dresden, Sportamt, anzumelden. Kassenbücher, Mitgliederlisten oder sonstige Unterlagen sind mitzubringen. Anmeldungen täglich 13 bis 16 Uhr in der Stadtverwaltung, Melanchthonstraße 9, Zimmer 51."

8. September 1945

Die sowjetische Stadtkommandantur Dresdens mit ihrem neuen Leiter Oberst Ilja Spiridonow untersagt am 8. September 1945 völlig überraschend die Ausübung jeglichen Sports. Es durften keinerlei Wettbewerbe mehr ausgetragen werden. Ebenso wurde die Auflösung des Sportamts verfügt.

17. Dezember 1945

Die Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrats in Deutschland zur "Beschränkung und Entmilitarisierung des Sportwesens in Deutschland" regelt am 17. Dezember 1945 die Neuordnung des Sports im Deutschen Reich. In Satz 1 heißt es: "Allen vor der Kapitulation in Deutschland bestehenden sportlichen, militärischen oder paramilitärischen athletischen Organisationen (Klubs, Vereinigungen, Anstalten und andere Organisationen) wird jede Betätigung untersagt, und sie sind bis zum 1. Januar 1946 spätestens aufzulösen." Damit steht endgültig fest, dass der Dresdner SC, der ATV Dresden und die Post-SG Dresden als Sportvereine im Friedrichstädter Einzugsgebiet auch auf dem Papier spätestens bis zum 31. Dezember 1945 vollständig aufzulösen sind. Die Sportgemeinschaft Friedrichstadt ist die Nachfolgeorganisation aller Friedrichstädter Sportvereine und aller in der Friedrichstadt wohnenden Sportler. Bei der SG Friedrichstadt wird hauptsächlich Fußball, Leichtathletik (unter dem alten DSCer Hans Beger) und Hockey betrieben. Auch die Mitglieder der Post-SG Dresden und der Spielabteilung des ATV Dresden, die beide ihre Heimstätten auf den Sportplätzen an der Pieschener Allee hatten, dürfen sich in der SG Friedrichstadt weiterhin sportlich betätigen. Das urdeutsche Turnen und Fechten, wie beim ATV Dresden betrieben, lehnen die Besatzer aber komplett ab. Diese Sportarten bleiben zunächst verboten.

7. März 1946

Mit der Gründung der Freien Deutschen Jugend am 7. März 1946 wird das totale Sportverbot in Dresden aufgehoben. Zwei Jahre später, am 11. Mai 1948, überträgt die SMAD der FDJ schließlich die Leitung des gesamten Sports.

17. März 1946

Anpfiff zur verkürzten Fußballsaison 1945/1946: Der organisierte Punktspielbetrieb beginnt in Form eines Fußball-Aufbauturniers am 17. März 1946. Nicht mehr die Vereine sind die Träger des Sports, sondern die neu gegründeten Stadtbezirke. Die Liga wird in zwei Staffeln mit je zehn Mannschaften durchgeführt. Am 1. Spieltag am 17. März empfängt die SG Friedrichstadt in der Gruppe A um 16 Uhr die SG Neustadt-Mitte, traditioneller Nachfolger des SV Ring-Greiling 1902 Dresden.

6. Juli 1946

Das Endspiel im Fußball-Aufbauturnier gewinnt die SG Striesen (Staffel B) mit 4:1 (2:1) gegen die SG Löbtau (Staffel A) am 6. Juli 1946 vor 2.000 Zuschauern im Stadion im Ostragehege und wird somit erster offizieller Dresdner Stadtmeister (bereits 1945 gab es eine inoffizielle Stadtmeisterschaft, im Volksmund "Oberklasse" genannt, welche die SG Löbtau gewann) nach dem Zusammenbruch. Welchen Platz die SG Friedrichstadt in der Staffel A belegte, ist nicht überliefert.

5. August 1946

In einer Aktennotiz des neuen Sportamtsleiters Rudolf Böttger vom 5. August 1946 heißt es: "Die SMA wünscht eine Aktivierung des Sports insofern, als der Sport für das Volk, insbesondere für die Jugend, als Erziehungsfaktor beim Aufbau des neuen demokratischen Deutschlands in Erscheinung tritt. Folgende Sportarten gelten als genehmigt: Fußball, Handball, Faustball, Volleyball, Hockey, Tennis, Schwimmen (Rettungsschwimmen), Gymnastik, Leichtathletik, Radfahren, Wasserfahren."

29. September 1946

In ihrem ersten Nachkriegsspiel besiegen die Hockeyspieler der SG Friedrichstadt die SG Söbrigen (heute Pillnitzer HV) am 29. September 1946 auf dem alten ATV-Platz im Sportpark Ostragehege mit 4:1 (2:0). Ebenso gewannen die Hockeyspielerinnen der SG Friedrichstadt gegen die männliche Jugend der SG Söbrigen mit 4:1 (3:0). Hockey-Abteilungsleiter Peter Thiel übergab den Gästen dabei einen Blumenstrauß und eine Bilddokumentation über Dresden. Schon am 13. Oktober 1946 findet das Rückspiel erneut im Ostragehege statt und endet mit 6:0 (2:0) für Friedrichstadt.

Oktober 1946

Schlussvermerk unter der Nummer 243 (Dresdner Sport-Club e. V.) im VR des AG Dresden: "17. Oktober 1946: Der Verein wird auf Antrag des Polizeipräsidenten zu Dresden vom 22. August 1946 als der zuständigen Verwaltungsbehörde gemäß der Rundverfügung Nr. 216 der Landesverwaltung Sachsen – Justiz – IV J 3 A 60e/46 vom 23. Mai 1946 gelöscht. Zosel."

Der Dresdner SC, der ATV Dresden, die Post-SG Dresden und alle anderen Dresdner Sportvereine werden im Oktober 1946 aus dem Vereinsregister gelöscht. Beim Dresdner Sport-Club e. V. wird die Löschung am 17. Oktober 1946 vorgenommen, beim Allgemeinen Turnverein zu Dresden gegr. 1844 e. V. am 25. Oktober 1946. Dies geschieht auf Antrag des Dresdner Polizeipräsidenten vom 22. August 1946, welcher der Rundverfügung Nr. 216 der Landesverwaltung Sachsens (Justiz) vom 23. Mai 1946 zwecks "Löschung aufgelöster Vereine im Vereinsregister, um eine einheitliche Behandlung des Vereinswesens bis zur Fertigstellung eines neuen Vereinsgesetzes zu erzielen" folgte. Dieses neue Vereinsgesetz wurde in der DDR letztlich erst am 21. Februar 1990 verabschiedet.

Frühjahr 1947

Die SG Friedrichstadt wird erster Dresdner Bezirksmeister im Fußball 1946/1947. In einer einfachen Endrunde der drei Zehnerliga-Staffelsieger der Bezirksliga DresdenSG Mickten (Staffel 1), SG Friedrichstadt (Staffel 2) und SG Heidenau (Staffel 3) – schlagen die Friedrichstädter die SG Mickten mit 3:0 und die SG Heidenau mit 7:2. Zu einer sächsischen Landesmeisterschaft kommt es noch nicht.

6. Juli 1947

Die SG Friedrichstadt besiegt die SG Mickten am 6. Juli 1947 vor 30.000 Zuschauern im Stadion im Ostragehege mit 2:1 und wird Dresdner Stadtmeister im Fußball 1946/1947.

1948

Als Nachfolger des am 24. Oktober 1946 aus dem Vereinsregister gelöschten Dresdner Gehörlosen-TSV formiert sich 1948 die Gehörlosen-Abteilung der SG Friedrichstadt. Leiter der Abteilung, die Fußball, Kegeln, Leichtathletik, Schach, Schießen, Schwimmen und Wandern anbietet, wird Erich Albert.

26. Mai 1948

In der Saison 1947/1948 wurde die dreiteilige Bezirksliga Dresden durch die Stadtliga Dresden (mit zwei Staffeln 1. Klasse Dresden darunter) und die Ostsachsenliga (mit den 1. Kreisklassen Bautzen und Zittau darunter) ersetzt. Mit zwei Punkten Rückstand auf die SG Mickten wird die SG Friedrichstadt Vizemeister der Stadtliga, die aus neun Mannschaften bestand. Mickten und Friedrichstadt standen somit im Viertelfinale der Endrunde der besten acht sächsischen Mannschaften zur Ermittlung von zwei Teilnehmern zur Endrunde um die erste Ostzonenmeisterschaft im Fußball. Ein Endspiel um die sächsische Landesmeisterschaft war nicht geplant. Im besagten Viertelfinale besiegen die Friedrichstädter am 26. Mai 1948 vor 9.000 Zuschauern in Bautzen die SG Zittau mit 4:3.

6. Juni 1948

Am 6. Juni 1948 unterliegt die SG Friedrichstadt der SG Einheit Meerane im entscheidenden Halbfinale der sächsischen Endrunde um die Qualifikation zur ersten Fußball-Ostzonenmeisterschaft vor 25.000 Zuschauern in Chemnitz mit 3:1.

9. September 1948

Ewiger Zuschauerrekord im Stadion im Ostragehege: 80.000 Zuschauer sehen am 9. September 1948 einen Auftritt des Alexandrow-Ensembles der sowjetischen Armee.

1. Oktober 1948

Am 1. Oktober 1948 konstituiert sich der Deutsche Sportausschuß in Berlin als landesweit einheitliche Sportorganisation mit Waldemar Borde als Leiter. Gemeinsame Träger sind die FDJ und der FDGB.

14. November 1948

Rückkehrer "König Richard" Hofmann trifft in seinem ersten Fußballspiel für die SG Friedrichstadt am 14. November 1948 viermal. Endstand: 23:0 im Bezirksliga-Punktspiel gegen die SG Lommatzsch, der höchste Sieg der Vereinsgeschichte.

1949

Einer der drei Vorgängervereine der SG Friedrichstadt, der heutige Post-SV Dresden (Neugründung am 11. Oktober 1990), verlässt 1949 die SG Friedrichstadt und konstituiert sich als BSG Post Dresden auf dem Sportplatz an der Hebbelstraße in Cotta neu und übernimmt schließlich zum 1. August 1950 die ebenfalls dort beheimatete SG Cotta.

9. April 1949

Zur Saison 1948/1949 wurde die Stadtliga Dresden wieder durch die Bezirksliga Dresden ersetzt. Diese spielte in zwei Staffeln mit je zehn Mannschaften. Darunter gab es die Bezirksklasse Dresden und die 1. Kreisklasse Dresden mit jeweils zwei Staffeln. Die SG Friedrichstadt wird in der Bezirksliga 1 Erster punktgleich mit der SG Striesen, die in einem Entscheidungsspiel um den Staffelsieg vor 18.000 Zuschauern mit 7:1 geschlagen wird. Am 9. April 1949 findet das Endspiel um die Dresdner Bezirksmeisterschaft im Fußball gegen die SG Mickten statt. Vor nur 8.000 Zuschauern im Stadion im Ostragehege trennen sich beide Mannschaften 2:2 unentschieden nach Verlängerung.

13. April 1949

Am 13. April 1949 findet das Wiederholungsspiel um die Dresdner Bezirksmeisterschaft im Fußball diesmal vor 15.000 Zuschauern bei der SG Mickten statt. Die SG Friedrichstadt gewinnt mit 1:3 (1:2) und steht somit in der einfachen Finalrunde mit fünf Mannschaften um die erste sächsische Landesmeisterschaft nach dem Zusammenbruch.

1. Mai 1949

Spielertrainer Helmut Schön wird am 1. Mai 1949 zum Trainer der Ostzonenauswahl (ab dem 7. Oktober 1949 DDR-Nationalmannschaft) berufen.

22. Mai 1949

Die bis zum 15. Mai 1949 ausgetragene Finalrunde um die sächsische Landesmeisterschaft im Fußball beendet die SG Friedrichstadt als Erster. Da jedoch die ersten drei Mannschaften punktgleich sind, findet eine erneute einfache Finalrunde mit drei Gemeinschaften statt, die vom 18. Mai 1949 bis zum 26. Mai 1949 ausgetragen wird. Im entscheidenden Spiel vor 45.000 Zuschauern in Chemnitz am 22. Mai 1949 gegen die ZSG Industrie Leipzig setzt sich die SG Friedrichstadt mit 1:0 durch. Das Team aus dem Ostragehege ist Sachsenmeister und steht im Viertelfinale um die zweite Ostzonenmeisterschaft.

29. Mai 1949

Die SG Friedrichstadt unterliegt am 29. Mai 1949 bei der ZSG Union Halle vor 30.000 Zuschauern im Viertelfinale um die Ostzonenmeisterschaft im Fußball mit 2:1 (1:0). Die Hallenser waren als Prototyp der geplanten Betriebssportgemeinschaften als Meister vorgesehen und durften als einzige Mannschaft der Endrunde im heimischen Stadion spielen (ansonsten nur neutrale Plätze). Zudem war die SG Friedrichstadt bereits in die Kritik der höchsten Kreise geraten, da man offen über die Einführung von Fußball-Berufsspielern redete. Die SG Friedrichstadt legte aber aus einem anderen Grund Protest gegen die Spielwertung ein: Laut Reglement durften bei den Endrundenspielen nur Akteure eingesetzt werden, die zuvor mindestens zwei Punktspiele für ihren Club in der laufenden Saison bestritten hatten. Bei Halle traf das nicht auf Erich Blanke, Otto Knefler, Erich Lehmann und Horst Schmidt zu. Es waren also gleich vier Spieler nicht spielberechtigt. Der Protest wurde vom Deutschen Sportausschuß jedoch nicht einmal behandelt.

21. Juni 1949

Das Stadion wird am 21. Juni 1949 in Heinz-Steyer-Stadion umbenannt. Heinz Steyer war ein von den Nationalsozialisten 1944 hingerichteter Arbeitersportler und KPD-Funktionär, der keinerlei Berührungspunkte mit dem DSC hatte. Eigentlich sollte das Stadion den Namen des DSC-Stars Rudolf Harbig erhalten, was aber von den Politikern abgelehnt wurde. Letztendlich gab es später aber doch noch ein Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden, als die Ilgen-Kampfbahn an der Lennéstraße 1951 umbenannt wurde.

31. Dezember 1949

Im Abschiedsspiel des fast 44-jährigen Richard Hofmann besiegen die Friedrichstädter am Silvesterabend 1949 im ersten Flutlichtfußballspiel Deutschlands die DDR-Nationalmannschaft im Heinz-Steyer-Stadion im Ostragehege mit 2:0 (2:0). Anpfiff war um 18 Uhr vor 22.000 Zuschauern.

1950er Jahre[Bearbeiten]

16. April 1950

SG Friedrichstadt – ZSG Horch Zwickau

Am letzten Spieltag der DS-Liga unterliegt die SG Friedrichstadt der ZSG Horch Zwickau am 16. April 1950 mit 1:5 (1:3) vor über 60.000 Zuschauern im Heinz-Steyer-Stadion im Ostragehege. Weitere 40.000 Menschen, die nicht mehr in das Stadion durften, warteten vor den Eingängen. Obwohl das Spiel erst um 15:30 Uhr beginnen sollte, war der Stadionvorplatz bereits um 8 Uhr morgens überfüllt. Einige Anhänger übernachteten sogar vor dem Stadion, um sich einen Platz zu sichern. Drei Unentwegte versteckten sich bereits am Vortag im Stadion. Auch waren gefälschte Eintrittskarten im Umlauf, angeblich von einer Zwickauer Druckerei gefertigt. Immerhin 92 Stück zum Wucherpreis von 20 DDR-Mark konnten von der Volkspolizei vor dem Chemnitzer Hauptbahnhof und in Dresden-Cotta sichergestellt werden. Auf dem Schwarzmarkt kostete ein Ticket bis zu 100 DDR-Mark. Das war ein damals unvorstellbar hoher Preis, denn der Normalpreis betrug 80 Pfennig. Der Zuschauerschnitt bei den Heimspielen der SG Friedrichstadt betrug in dieser Saison für die damalige Zeit unglaubliche 28.066 Menschen, das war deutschlandweiter Rekord. Schiedsrichter Willi Schmidt aus Schönebeck hatte, wie später nachgewiesen wurde, von den DDR-Funktionären den Befehl bekommen, für Zwickau zu pfeifen. Aufgrund des offensichtlichen Betruges finden nach Spielschluss im Stadion die größten Ausschreitungen in der Geschichte der noch jungen DDR statt. Der letzte Deutsche Meister, ein bürgerlicher Verein, hätte unter keinen Umständen erster DDR-Meister werden dürfen. Den Friedrichstädtern blieb nur die Vizemeisterschaft. Die angekündigten Medaillen dafür haben die Spieler bis heute nicht erhalten. "Besonders aber begrüßen wir es, daß die Sportler der großen Betriebssportgemeinschaft eines volkseigenen Betriebes diesen Sieg errungen haben. Sind sie es doch, die durch ihre unermüdliche Arbeit mitgeholfen haben und ständig weiter mithelfen, die Lebenslage unseres ganzen Volkes zu verbessern. Ihr Sieg in dieser Meisterschaft bewies, daß die Demokratische Sportbewegung auf dem richtigen Wege ist, wenn sie ihre besondere Aufmerksamkeit und Förderung dem Betriebssport in den Betrieben des Volkes zuwendet. Und darum werden die provokatorischen Ausschreitungen nach dem Spiel der Anlaß dazu sein, nun erst recht die Arbeit in den Betriebssportgemeinschaften zu verstärken", so Manfred Ewald, Leiter Abteilung Sport im Deutschen Sportausschuß.

Die Krawalle nehmen die DDR-Politiker zudem als willkommenen Grund, Stadion und Mannschaft zu sperren. Der beim Spiel anwesende Walter Ulbricht persönlich verspricht, "den alten DSC-Geist mit Stumpf und Stiel auszurotten". Die Erinnerung an große Zeiten sollte ausgelöscht werden. Mannschaftskapitän Helmut Schön wird wegen angeblicher Unsportlichkeit für ein Jahr gesperrt. Helmut Schön: "Ich stand wie vor einem Tribunal. Der Sportausschuß hatte mich wegen der Skandalszenen vorgeladen. 'Sie haben die Ausschreitungen in Dresden provoziert! Wir brauchen in unserem sozialistischen Sport keine Spieler, die noch an den alten Traditionen hängen. Nach Pfingsten werden wir über Sie disponieren, Schön!'" Spieler Hans Kreische im Rückblick: "Wir hatten schon vor dem entscheidenden Spiel im Ostragehege den Eindruck, dass vieles gegen uns ging. Wir galten als die Nachfolger der berühmten DSC-Mannschaft, als bürgerliche Truppe. Verbindungen nach dem Westen waren natürlich da. Das war manchem Funktionär ein Dorn im Auge. Außerdem trugen wir schwarze Hosen, weiße Hemden und hatten auf unserem Emblem die DSC-Fahne. Da meinten manche, wir wären Nazis. Das stimmt nicht. In unserem Verein verkehrten Geschäftsleute, die uns unterstützten. Von ihnen habe ich manches gelernt. Da konnten sich die Spieler auch mal was abholen. Ich bekam beispielsweise von Bramsch, wo ich arbeitete, einmal ein Stück Hefe. Was haben wir uns gefreut. Beim Bäcker gab es dafür zwei, drei Brote. Ulbricht hat uns Dresdnern damals überhaupt nicht gratuliert. Er sprach bei der Meisterfeier in Loschwitz nur zu den Zwickauern, als ob es uns überhaupt nicht geben würde. Wir saßen da wie die dummen Jungs, wurden überhaupt nicht beachtet. Da haben wir uns leise abgesprochen, sind aufgestanden und rausgegangen. Was sollten wir dort? Wir sind als Mannschaft ins Stadion gefahren und haben mit unseren Fans im Ostragehege gefeiert. Bis früh haben wir Bier getrunken. Es waren unglaubliche Stunden."

Das verlogene Gesicht des Unrechtsstaates DDR, es zeigte sich in den staatstreuen Zeitungen: "Das Publikum im Dresdner Heinz-Steyer-Stadion setzt sich zum größten Teil aus den Anhängern des Dresdner Sport-Clubs zusammen. Der Dresdner Sport-Club ist in der Mannschaft von Dresden-Friedrichstadt zusammengefaßt. Die Sportgemeinschaft Friedrichstadt ist aber eine Sportgemeinschaft der Demokratischen Sportbewegung, sie stellt also grundsätzlich etwas anderes dar als der frühere Feudalclub des DSC. Das haben offenbar noch nicht alle Spieler bei Friedrichstadt so recht begriffen, sonst hätten sie nicht nach Abpfiff des Spiels kurzerhand das Spielfeld verlassen, ohne ihren Gegner, der immerhin einen 5:1-Sieg errang, zu der Meisterschaft zu gratulieren. Noch viel weniger scheint aber die frühere Anhängerschaft des DSC begriffen zu haben, daß der Club und seine unrühmliche Tradition der Vergangenheit angehört." Wie anders da doch Mannschaftskapitän Helmut Schön, mit echtem DSC-Geist auf der Meisterehrung: "Die ZSG Horch Zwickau war unbestreitbar die bessere Mannschaft. Wir reichen unseren Zwickauer Kameraden die Freundeshand." Und das nach diesem Spiel, einem Spiel, in dem die Zwickauer überhart zu Werke gingen durften und bewusst versuchten, die Friedrichstädter Mannschaft zu dezimieren. Einem Spiel, in dem die Zwickauer Führung zum 1:2 regelwidrig erzielt wurde. Einem Spiel, in dem die foulbedingte Dezimierung der Dresdner Mannschaft auf acht Spieler vom Schiedsrichter ignoriert wurde. Sogar die SED-Tageszeitung Neues Deutschland muss zugeben: "Eine sehr schlechte Leistung des Schönebeckers Schiedsrichters Schmidt, der seinem Amt in keiner Weise gewachsen war."

April 1950

Weltspiegel-Bericht im Juni 1950

Schon Wochen vor dem Spiel gegen Zwickau hatten sich die meisten Spieler der SG Friedrichstadt dazu entschlossen, nach West-Berlin zu flüchten und bei Hertha BSC zu spielen. Aus Trotz gegen die staatliche Willkür rückten die Spieler noch enger zusammen. Sie besannen sich auf die großen Sport-Club-Traditionen, wollten den Namen DSC erhalten und fassten den Entschluss, gemeinsam im Westen als Mannschaft weiterzumachen. Als Hertha BSC/DSC wurde die Saison 1950/1951 in der Vertragsliga Berlin gespielt. Die Gründung dieser Spielgemeinschaft erfolgt am 7. Juni 1950. Helmut Schön im West-TV: "Unsere Mannschaft ist geschlossen nach West-Berlin gekommen, weil wir es im Interesse unserer sportlichen Entwicklung für nötig erachteten. Wir wollen hier frei und ungehemmt unserem Lieblingssport huldigen und freuen uns, wenn wir recht bald wieder mit Erfolgen aufwarten können." Die Fußball-Woche berichtet: "Hertha BSC und der Dresdner SC schrieben, jeder für sich und zu verschiedenen Zeiten, ein Stück deutscher Fußballgeschichte. Die besondere Konstellation im zerrissenen Nachkriegsdeutschland hat sie zusammengeführt, und so ist es als ein Akt der gegenseitigen Achtung zu bezeichnen, daß auch auf den Jerseys der Spieler jetzt beide Vereinswappen prangen." Bei der Flucht der Mannschaft hatte auch der jüdische Kaufmann Ignatz Bubis aus Berlin, ein DSC-Fan, tatkräftig mitgeholfen. Dazu die DDR-Presse: "Die Spieler der ehemaligen ersten Fußballmannschaft der Sportgemeinschaft Dresden-Friedrichstadt verließen das Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik. Dieser Schritt der Spieler ist die Fortsetzung ihres unsportlichen und undemokratischen Verhaltens im Heinz-Steyer-Stadion anläßlich der Fußballmeisterschaft der DDR. Einige dieser Spieler haben bereits seit langer Zeit der Demokratischen Sportbewegung Schaden zugefügt. Ihr Abgang bedeutet daher für die dem Frieden dienende Demokratische Sportbewegung keinen Verlust. Für die Demokratische Sportbewegung ziehen wir aus diesem Vorfall die Lehre, noch besser und intensiver zu lernen, zu arbeiten und zu trainieren, unsere jungen Sportler zur Liebe zu unserer Deutschen Demokratischen Republik und ihrem Präsidenten Wilhelm Pieck zu erziehen, sie bereit zu machen zur Arbeit und zur Verteidigung des Friedens. Vorbild dabei sind uns die Sportler der großen sozialistischen Sowjetunion sowie die Sportler der Volksdemokratien. Die Nationale Front des demokratischen Deutschland ist eine Macht in ganz Deutschland, sie überzeugt und organisiert, und morgen wird sie ganz Deutschland befreien."

Nochmal Spieler Hans Kreische: "Das kam alles richtig ins Rollen, nachdem man unsere Mannschaft von Dresden-Friedrichstadt im entscheidenden Spiel um die erste DDR-Meisterschaft gegen Horch Zwickau betrogen hatte. Wir wurden jedenfalls mächtig verschaukelt. Man wollte uns damals nicht als Meister, weil wir als bürgerlicher Verein galten, als Nachfolger des berühmten Dresdner SC. Helmut Schön war als erster weg. Der war schon alleine abgehauen. Der kannte einen zuverlässigen Spediteur, nahm Urlaub und verschwand mit seinen Möbeln nach Berlin. Wir anderen Spieler beschlossen dann, ebenfalls zu Hertha zu wechseln. Wir sind dann mit einer Taxe von Dresden nach Berlin gefahren, Drognitz, Keßler, mein Bruder Max und ich. Das war damals alles geheim. Ignatz Bubis hatte einen Laden in Dresden, da wurden Tauschgeschäfte abgewickelt. Der hat sich mit viel Fleiß nach oben gearbeitet. Bubis war ein fußballverrückter Mann. Der trainierte oft bei uns, bei Friedrichstadt, mit. Als Geschäftsmann unterstützte er uns auch ab und an, gab mal ein Mittagessen aus oder steckte uns eine Flasche Likör zu. Bubis war bereits 1950 nach West-Berlin gegangen, riet uns, zu Hertha zu wechseln und wenn ich mich richtig erinnere, organisierte er einen großen Wagen, mit dem einige Spieler dann nach Berlin fuhren. Wir Sachsen gewannen bei einem ersten Test gegen die Berliner bei der Hertha mit 4:2. Helmut Schön spielte da einen guten Ball und vorne gelangen Bomber Lehmann die Tore. Schon da begannen die ersten Mißverständnisse, kam erster Neid auf. Das Verhältnis zwischen den beiden Mannschaftsparteien war gestört. Wir waren auch im Charakter, in der Mentalität zu unterschiedlich. Das alles kam nie richtig unter einen Hut."

SG Friedrichstadt – ZSG Horch Zwickau

Seine letzte Partie als Trainer von Hertha BSC/DSC hatte Helmut Schön, der zuvor verletzungsbedingt nur drei Punktspiele als Spieler absolvierte, am 18. Februar 1951 beim 1:1 gegen den Berliner SV 1892. Als daraufhin Hertha die Buchstaben DSC wieder aus dem Namen gestrichen hatte, obwohl von den elf Exil-Dresdnern zeitweilig neun und nur zwei Berliner aufliefen, trennte man sich zum Saisonende im Sommer 1951. Die Spieler wechselten im Juli 1951 als eigenständige Fußballabteilung Dresdner SC zur TSG Heidelberg 1878. Am 30. April 1952 zum 54. Geburtstag des DSC machte sich der Dresdner SC in der TSG Heidelberg 1878 als Dresdner Sport-Club Heidelberg selbstständig. Im September 1952 schließlich wechselte die komplette Fußballabteilung der TSG Heidelberg 1878 zum Dresdner SC Heidelberg. Erst am 28. Juni 1968, als schon lange keine Dresdner mehr in Heidelberg spielten, wurde aus dem DSC Heidelberg der heutige Heidelberger SC. Helmut Schön rückblickend im Jahre 1970: "In einer Verhandlung, die für einen späteren Zeitpunkt angesetzt war, wollte man mich offenbar wegen der Vorgänge im Spiel gegen Zwickau verurteilen, obwohl alle wußten, wer die eigentlichen Schuldigen waren. Im zertrümmerten Dresden war die sportkameradschaftliche Verbundenheit der Freunde vom Ostragehege der letzte Halt gewesen, der Heimat die Treue zu bewahren. Durch glückliche Umstände waren wir bei der Bombardierung am Leben geblieben, aber nun kam dieser letzte Schock, und der Weg mit meiner Familie konnte nur dorthin führen, wo der Sport von politischem Druck und staatlichem Zwang frei war. Unter diesen Umständen verließen wir zu Pfingsten 1950 unser geliebtes Dresden. Wenig später gingen auch die restlichen Mitglieder der Mannschaft nach Berlin und schlossen sich der ruhmreichen Hertha BSC an. Ich war davon überrascht und blieb bei meinen alten Kameraden, obwohl ich ein Angebot als Trainer in Westdeutschland hatte. Der neue Verein trug einige Zeit den Namen Hertha BSC/DSC, aber die Verhältnisse waren schließlich stärker als der Wille, zusammenzubleiben. Trotz vorbildlicher Betreuung seitens des Berliner Verbandes und redlicher Bemühungen von Hertha BSC kam nie eine rechte Ehe zustande. Unzufriedenheit mit der Wohnung und den Arbeitsplätzen führte schließlich zu einer neuen Trennung. Ich hatte meinen Weg nach Westdeutschland längst angetreten, als sich der Rest der Dresdner in Heidelberg niederließ, um dort den alten DSC wieder aufleben zu lassen. Was aber schon die Berliner Zeit bewiesen hatte, wurde hier von neuem bestätigt: Einen Club kann man nicht fern von seiner Heimat wiedererstehen lassen und zur Blüte bringen. Eine Mannschaft allein ist noch kein Verein, und wenn der DSC wieder zum großen Sport-Club werden möchte, kann das nur in seiner Heimatstadt Dresden geschehen."

Wie schon vor dem letzten Saisonspiel der SG Friedrichstadt mitgeteilt, sollte sich diese laut Staatsmacht der BSG VVB Tabak Dresden (gegründet am 1. Juli 1910 als FC SV 1910 Striesen und Laubegast durch Zusammenschluss von vier sogenannten wilden Vereinen aus Blasewitz, Laubegast, Striesen und Tolkewitz, ab Februar 1921 SSV 1910 Dresden, kurze Zeit später Dresdner SV 1910, im Mai 1933 von den Nazis verboten und aufgelöst, am 22. Juni 1945 neugegründet als SG Striesen, 1948 bis 1949 ZSG Nagema Dresden, ab 1952 BSG Empor Tabak Dresden, am 27. Juni 1990 Rückbenennung in Dresdner SV 1910, dessen Fußballabteilung sich im Juni 1991 als SG Dresden-Striesen, welche am 8. Januar 1991 gegründet wurde, selbstständig machte) anschließen. Tabak-Vereinsvorsitzender Otto Nagel, ehemaliger Spieler des Dresdner SV 1910, war aus historischen Gründen gegen die Verpflanzung. Dennoch bestritten die ehemaligen Spieler der SG Friedrichstadt zwischen dem 30. April und dem 7. Mai 1950 zum Saisonabschluss noch drei Freundschaftsspiele unter dem Namen BSG VVB Tabak Dresden bei einer Stadtauswahl Görlitz (1:6), gegen die BSG Einigkeit Spremberg (3:1) und bei der SG Lauter (1:5). In der Folge flüchteten diese Spieler nach West-Berlin und die BSG VVB Tabak Dresden musste in der Landesklasse Sachsen verbleiben. Auch ein Versuch des ehemaligen DSC-Vorsitzenden Alwin Weinhold, unterstützt von Herbert Haufe und Hans Zehrer, die Friedrichstädter als Dresdner Sport-Centrum Eisenbahn unter der Trägerschaft der Deutschen Reichsbahn spielen zu lassen, wurde von den Kommunisten im Keim erstickt.

Die verbliebenen Spieler der weiteren Fußballmannschaften, nahezu der komplette Nachwuchsbereich und einige Trainer der SG Friedrichstadt schlossen sich noch im April 1950 der SG Mickten (1901 gegründet als FC Bayern Dresden, ab 1903 FC Brandenburg Dresden, 1920 Fusion mit dem FC Meteor Dresden zum Dresdner SV Brandenburg 1901, am 30. November 1933 Zwangsfusion mit dem VfR Dresden, gegründet am 4. April 1908, und dem SV Ring-Greiling 1902 Dresden, von 1902 bis April 1915 Dresdner FC Fußballring, danach bis 1930 Dresdner Fußballring 1902, zu Dresdner Sportfreunde 01, 1945 Lösung der Zwangsfusion und Gründung der SG Pieschen Ende Mai 1945 als traditioneller Nachfolger von ASV Dresden-Pieschen, ATV Pieschen und VfR Dresden, Ende April 1946 Anschluss an die SG Mickten (gegründet am 30. Januar 1946 als traditioneller Nachfolger des Dresdner SV Brandenburg 1901), und der SG Neustadt-Mitte im Juli 1945 als traditioneller Nachfolger des SV Ring-Greiling 1902 Dresden, 1946 Fusion mit der SG Neustadt-Ost, Nachfolger der Dresdner SG 1893, zur SG Neustadt, ab 1950 BSG Bau-Union Dresden-Süd, ab 1952 BSG Aufbau Dresden-Mitte, ab 4. Mai 1990 Sportfreunde 01 Dresden, am 18. Mai 2001 Fusion mit dem SV Nord Dresden, gegründet am 20. Juni 1990 und zuvor u. a. BSG Funkwerk Dresden, BSG Motor Industriegelände Dresden und BSG Meßelektronik Dresden, zu Sportfreunde 01 Dresden-Nord) an. Maßgeblich daran beteiligt war das Trainergespann Gerhard Schelle und Peter Hille. Da der Aufstieg der SG Mickten in die DS-Oberliga zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen war und Dresden nach dem Willen der politischen Machthaber einen Erstligisten haben sollte, wurde im Juni 1950 per Dekret die in der 1. Kreisklasse Dresden (5. Liga) spielende SV Deutsche Volkspolizei Dresden (1920 gegründet als SG Dresdner Polizei, ab dem 29. März 1928 VfL Dresdner Polizei, am 22. März 1932 Fusion mit dem am 7. Dezember 1928 gegründeten Dresdner Polizei-Schwimmverein zum Polizei-SV Dresden, ab dem 30. Oktober 1942 SG Ordnungspolizei Dresden, 1945 verboten und aufgelöst, Anfang 1946 Neugründung als Volkspolizei-SG Dresden, ab 20. Juni 1950 SV Deutsche Volkspolizei Dresden, ab 12. April 1953 SG Dynamo Dresden, ab 28. Mai 1990 1. FC Dynamo Dresden, seit 1. Juli 2007 wieder SG Dynamo Dresden) ins Oberhaus befördert. Zu diesem Zweck wurden am 28. Juli 1950 17 Spieler aus elf Städten nach Dresden delegiert.

1. Mai 1950

Allianz-Stadion an der Eisenberger Straße 1933

Die SG Mickten muss sich zum 1. Mai 1950 der am 24. August 1948 gegründeten BSG Sachsenverlag Dresden (Sportplatz-Nachfolger des 1922 gegründeten SC Allianz Dresden, 1949 Übernahme der SG Kaditz, bis 1945 TV Dresden-Kaditz und FC Sportfreunde Dresden-Kaditz 1909) anschließen. Auch deren Spielstätte ist das Stadion an der Eisenberger Straße, ehemals Allianz-Stadion (eröffnet am 17. September 1933) und ab dem 8. Juli 1951 Paul-Gruner-Stadion genannt. Diese, dem Ostragehege am nähesten gelegene Sportstätte, sorgt dafür, dass auch die noch nicht im April 1950 zur SG Mickten übergetretenen Mitglieder der Abteilung Fußball der ehemaligen SG Friedrichstadt nun größtenteils zur BSG Sachsenverlag Dresden weiterziehen. Die Gemeinschaftsfarben sind nun Rot-Weiß.

1. Juni 1950

Die Hockeyabteilung der ehemaligen SG Friedrichstadt schließt sich zum 1. Juni 1950 der BSG Reichsbahn Dresden (gegründet am 30. November 1925 als VfL Reichsbahn Dresden, ab 1. Mai 1939 Reichsbahn-SG Dresden, Löschung aus dem Vereinsregister im Oktober 1946, am 16. November 1948 Neugründung als BSG Reichsbahn Dresden), die am 17. Juni 1950 in BSG Lokomotive Dresden (seit 26. Oktober 1990 Eisenbahner-SV Dresden) umbenannt wird, an. Beschlossen haben dies die etwa 40 Hockeysportler bereits bei einer Versammlung im Sportcasino am 7. Mai 1950. Sie erhalten zunächst den am 9. September 1928 eingeweihten Sportplatz an der Reicker Straße in Strehlen zugewiesen. Dieser wird erst im September 1999 endgültig verlassen. Seitdem spielen die ESV-Hockeyteams ausschließlich auf dem Sportplatz am Emerich-Ambros-Ufer in der Friedrichstadt.

Juni 1950

Die Gehörlosen-Abteilung der ehemaligen SG Friedrichstadt schließt sich im Juni 1950 der BSG Sachsenverlag Dresden an. Spartenleiter wird Arthur Schütze. 1951 wechselt die Abteilung weiter zur BSG Einheit Dresden-Süd. 1955 gehört man kurz der BSG Aufbau Dresden-Ost an, von 1955 bis 1966 zur BSG Motor Dresden-Ost und von 1966 bis 1990 zur BSG Pentacon Dresden und im Fußball zur BSG Rotation Dresden. Am 1. August 1990 wird schließlich der Dresdner Gehörlosen-SV 1920 neu gegründet.

11. Januar 1951

Die BSG Sachsenverlag Dresden muss sich am 11. Januar 1951 in BSG Rotation Dresden (seit 5. Juli 1990 TSV Rotation Dresden 1990) umbenennen. Die Clubfarben sind ab sofort Schwarz-Weiß.

1951

Die Faustballerinnen der BSG Rotation Dresden werden 1951 DDR-Meister.

11. Juli 1951

Die ersten Spieler des offiziell zum 1. Juli 1951 als Nachfolger von Hertha BSC/DSC gegründeten Dresdner SC Heidelberg treffen am Abend des 11. Juli 1951 in Heidelberg ein.

23. August 1951

Im TSG-Sportpark Heidelberg trägt der DSC am 23. August 1951 vor 5.000 Zuschauern sein erstes Spiel aus. Gegen eine Heidelberger Stadtauswahl wird mit 0:1 (0:1) verloren. In der Aufstellung der von Tillmann trainierten DSC-Elf standen neun Spieler der ehemaligen SG Friedrichstadt: Schlachtner – Werner Pohl, Kurt JungnickelKarl Kunstmann, Gottfried Hövermann, Max KreischeHorst Ullrich, Hans Kreische, Horst Seifert, Jürgen Küchenmeister, Bräunig. Die Saison 1951/1952 bestreitet der DSC außer Konkurrenz in der 1. Amateurliga Nordbaden. Zuvor war bereits im Juni 1951 ein Antrag abgelehnt wurden, in der zweitklassigen II. Division Süd antreten zu dürfen.

30. April 1952

Die Abteilung Dresdner SC in der TSG Heidelberg 1878 macht sich am 30. April 1952 als Dresdner SC Heidelberg selbstständig. Curt Schultze wird 1. Vorsitzender. Im September 1952 wechselt schließlich die komplette Abteilung Fußball der TSG Heidelberg 1878 zum DSC Heidelberg.

Am frühen Morgen des 1. Mai 1953 hisst DSC-Vorsitzender Curt Schultze die neue Vereinsfahne des Dresdner SC Heidelberg

30. April 1953

Am 30. April 1953 wird die neue Vereinsfahne des Dresdner SC Heidelberg in der Stadthalle Heidelberg geweiht.

Logo des SC Einheit Dresden

21. November 1954

Am 21. November 1954 erfolgt die Gründung des Sportclub Einheit Dresden in Adams Gasthof in Moritzburg. Zum ersten Clubvorsitzenden wird Hans Wodny berufen. Stellvertretender Clubvorsitzender wird Werner Fritzsche. Neue Heimstätte wird das Rudolf-Harbig-Stadion. Die Clubfarben sind Rot-Weiß. Die DS-Oberliga-Fußballer des neuen Clubs, bisherige 1. Mannschaft der BSG Rotation Dresden, bestreiten ihr Auswärtsspiel beim ZSK Vorwärts Berlin an diesem Tag bereits in Trikots mit der Aufschrift SC Einheit Dresden.

Dezember 1954

Zunächst sollten nur die zwölf besten Fußballspieler der BSG Rotation Dresden in den SC Einheit Dresden übernommen werden, keine Reservisten und keine Nachwuchsabteilung. Ein Protest und offener Widerstand dieser zwölf Spieler führten letztendlich dazu, dass im Dezember 1954 schließlich doch die komplette 1. und 2. Mannschaft sowie die besten Nachwuchsspieler der BSG Rotation Dresden in den SC Einheit Dresden übernommen werden. Zudem schließt sich im Dezember 1954 die Sektion Fechten der BSG Motor Dresden-Ost dem SC Einheit an.

1. Januar 1955

Am 1. Januar 1955 wird die Sektion Handball gegründet, als die Handballerinnen der BSG Einheit Dresden-Süd zum SC Einheit wechseln. Die Juniorinnen werden 1963 DDR-Meister. Ende des Jahres 1965 muss die Sektion aber wieder aufgelöst werden. Zum 1. Januar 1966 wechseln die Handballerinnen zur BSG Lokomotive Dresden. Ebenso wird die Sektion Tischtennis gegründet, als die Tischtennisspielerinnen der BSG Einheit Ring Dresden zum SC Einheit wechseln. Ende des Jahres 1965 muss sie wieder aufgelöst werden. Auch die Sektion Leichtathletik wird neu gegründet. Außerdem wird die Sektion Kegeln gegründet. Auch sie muss Ende des Jahres 1966 wieder aufgelöst werden.

Februar 1955

Im Februar 1955 erfolgen die Gründungen der Sektion Schach und der Sektion Turnen. Durch die Wiedereinführung des leistungsbezogenen Turnens übernimmt der SC Einheit auch den Status, das noch existente und 1945 nicht zerstörte bewegliche Eigentum und die Tradition des seit 1945 verbotenen ATV Dresden, dessen Kernsportarten Fechten und Turnen waren. Beide Sportarten erhielten nach dem Kriegsende zunächst keine Genehmigung für deren Ausübung. Die Spielabteilung des ATV Dresden, die an der Pieschener Allee beheimatet war, ging bereits 1945 in der SG Friedrichstadt auf.

1. März 1955

Die Sektionen Kunstschwimmen, Sportschwimmen, Wasserball und Wasserspringen werden am 1. März 1955 gegründet. Die Sektion Kunstschwimmen wird Ende des Jahres 1966 wieder aufgelöst (Anschluss an die BSG Post Dresden), die Sektion Wasserball Ende des Jahres 1969.

1. August 1955

Die Sektion Rudern wird am 1. August 1955 gegründet, als die Sektion Rudern der BSG Post Dresden (bis 1945 Dresdner Ruder-Club 1902, 1946 bis 1949 SG Cotta) zum SC Einheit wechselt.

3. November 1956

Die Sporthalle am Emerich-Ambros-Ufer in der Friedrichstadt wird am 3. November 1956 eingeweiht.

1. Januar 1957

Zum 1. Januar 1957 kehrt der SC Einheit in das Ostragehege zurück. Die Fußballer spielen später in der Zeit von 1970 bis 1990 bis auf wenige Ausnahmen meistens an der Pieschener Allee 21 und nicht im Heinz-Steyer-Stadion.

28. April 1957

Am 28. April 1957 wird der Deutsche Turn- und Sportbund in Berlin mit Rudi Reichert als Präsident gegründet. Der DTSB löst den DS als nationalen Sportverband ab. Die "DS-Ligen" im Sport werden in "DDR-Ligen" umbenannt. Im Bezirk Dresden formiert sich der DTSB am 11. Mai 1957, im Stadtkreis Dresden am 18. Mai 1957.

1957

Die Schachspieler des SC Einheit werden 1957 erstmals DDR-Meister. 1958 und 1962 folgen weitere Titel. Die Schachspielerinnen gewinnen 1990 die letzte DDR-Meisterschaft.

30. April 1958

Das 60. Stiftungsfest des Dresdner SC sollte am 30. April 1958 in Dresden stattfinden. Es wurde von Arno Neumann und Alexander Schreiber mit Unterstützung von Friedrich Rauchstädt vorbereitet. Die Feier wurde jedoch verboten und die drei Organisatoren wurden im Frühjahr 1958 verhaftet. Ein Dresdner Kreisgericht verurteilte die beiden Hauptorganisatoren im November 1958 wegen "Wühl- und Zersetzungsarbeit gegen die DDR im Auftrage feindlicher Organisationen, insbesondere aber des SPD-Ostbüros und des westzonalen Spionageministeriums" sowie für den "Aufbau einer illegalen Organisation" zu je fünfeinhalb Jahren Zuchthaus. Der ebenfalls inhaftierte Friedrich Rauchstädt verstarb am 9. Januar 1960 im Alter von 69 Jahren in der Haft in Bautzen.

1958

Die Kegler des SC Einheit werden 1958 erstmals DDR-Mannschaftsmeister (auf Asphalt). Auch 1966 holt man die Meisterschaft nach Dresden.

14. Dezember 1958

Durch ein 2:1 nach Verlängerung gegen den SC Lokomotive Leipzig werden die Fußballer des SC Einheit Dresden am 14. Dezember 1958 im Cottbuser Max-Reimann-Stadion DDR-Pokalsieger. Die Sächsische Zeitung berichtet vom bisher "dramatischsten, schönsten und mitreißendsten Pokalendspiel der DDR": "Die Steigerung des SC Einheit Dresden in der letzten Stunde, das unverdrossene, unbeirrbare Abwarten auf die große Chance läßt ebenso wie die vorzügliche spielerische Leistung diesen hervorragenden Erfolg verdient erscheinen. Der SC Einheit Dresden ist ein würdiger Pokalsieger, und dem SC Lok Leipzig muß man nach diesem dramatischen 120 Minuten ebenfalls die uneingeschränkte Hochachtung zollen."

1. Januar 1959

Die Sektion Gewichtheben wird am 1. Januar 1959 gegründet.

1959

Die Tischtennisspielerinnen des SC Einheit werden 1959 zum ersten Mal DDR-Mannschaftsmeister. Bis 1963 gibt es fünf Titel in Folge.

1960er Jahre[Bearbeiten]

17. Februar 1960

Am 17. Februar 1960 wird die Sektion Kanu gegründet.

Eishockeymannschaft des SC Einheit Dresden in den 60er Jahren

1. Juli 1960

Die 1954 gegründete Sektion Eishockey der HSG Wissenschaft TH Dresden wechselt am 1. Juli 1960 zum SC Einheit. Deren ältester Vorgängerverein wurde am 4. März 1897 als Akademischer SV Dresden gegründet, dessen Hockeyabteilung sich im Januar 1906 als Akademischer SC 1906 Dresden selbstständig machte. Unter diesem Namen spielte man ab dem 6. März 1909 Eishockey. Schon am 11. März 1910 schlossen sich der ASC 1906 und der ASV als Academischer SV 1910 Dresden wieder zusammen. Später schlief das Eishockeyspiel in Dresden ein. Ab 1930 wurde beim STHC 08 Dresden und ab 1933 bei dessen Nachfolger STC Blau-Weiß Dresden Eishockey gespielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte man zunächst bei der SG Striesen (hieß ab 1948 ZSG Nagema Dresden), ab 1949 bei der BSG KWU Dresden und ab 1951 bei der BSG Einheit Dresden-Süd. Unter diesem Namen spielte man von 1951 bis 1953 zwei Jahre in der DS-Eishockey-Oberliga. Der SC Einheit spielte von 1964 bis 1970 in der DDR-Eishockey-Oberliga.

Eröffnung des Dresdner Kunsteisstadions 1960

26. Dezember 1960

Am 26. Dezember 1960 wird das Kunsteisstadion an der Magdeburger Straße für 10.000 Zuschauer im Ostragehege eröffnet. Hierbei trifft eine Dresdner Eishockey-Bezirksauswahl auf den ASK Vorwärts Erfurt.

1. September 1961

Am 1. September 1961 wird die Sektion Bergsteigen gegründet, die jedoch Ende des Jahres 1966 bereits wieder aufgelöst wird.

Frühjahr 1962

Die Sektion Eiskunstlauf der BSG Post Dresden wechselt im Frühjahr 1962 zum SC Einheit.

1963

Das Heinz-Steyer-Stadion erhält 1963 eine Lautsprecheranlage.

April 1964

Die Sprunghalle am Freiberger Platz wird im April 1964 feierlich eröffnet.

1964

Die Kanuten des SC Einheit werden 1964 erstmals DDR-Mannschaftsmeister im Kajak-Vierer über 1000 Meter. Als Dresdner SC gewinnt man 1990 nochmals die Meisterschaft, die letzte in der DDR.

16. August 1965

Der DTSB beschließt am 16. August 1965, Fußballclubs zu bilden, die aus den bestehenden Sportclubs herausgelöst werden sollen. Seinen Ursprung hatte diese Maßnahme in einem internen Papier des DFV von 1964. Dessen Generalsekretär Kurt Michalski schlug die Umstrukturierung in seiner "Gliederung über Probleme des DDR-Fußballs" vor. Er hielt es dabei für vorteilhaft, wenn die neuen Fußballclubs bürgerliche Namen bekämen. Geradezu sensationell ist sein Vorschlag, aus dem SC Leipzig wieder den VfB Leipzig zu machen. Nur für Dresden ist er nicht ganz so mutig. Doch auch hier wird er traditionell: Die aus dem SC Einheit Dresden zu entlassende Sektion Fußball könne den Namen SV Guts Muts Dresden tragen. Dies in Erinnerung an die historischen Vereine ATV Guts Muths Striesen, TV Guts Muths Dresden, Dresdner FC Guts Muts, Dresdner SV Guts Muts und Dresdner TSV Guts Muts.

18. August 1965

Das Zentralkomitee der SED beschließt am 18. August 1965: "Die bisher in den Sportclubs bestehenden Fußballsektionen werden ab 1.1.1966 aus den Sportclubs herausgelöst und als selbständige Fußballclubs aufgebaut bzw. einer großen Betriebssportgemeinschaft angegliedert."

Dezember 1965

Die Herauslösung der Sektion Fußball aus dem SC Einheit in eine Betriebssportgemeinschaft wird im Dezember 1965 beschlossen. Im Gegensatz zu anderen DDR-Städten kommt es nicht zur Bildung eines Fußballclubs. Die DDR-Führung hat Angst, ein 1. FC Dresden, gegründet als Fusion der Fußballer von SC Einheit und SG Dynamo, könnte mit dem von ihnen verhassten Dresdner SC in Verbindung gebracht werden. Ebenso war Stasi-Minister Erich Mielke nicht bereit, seine Dynamo-Mannschaft in Dresden aufzugeben. Die geheimen Fusionspläne wanderten wieder in die Schublade.

6. Januar 1966

Die Sektion Fußball des SC Einheit Dresden mit ihren 16 Fußballmannschaften macht sich am 6. Januar 1966 als Fußball-Spielvereinigung Lokomotive Dresden selbstständig. Das an westliche Vereine anmutende Kürzel FSV wird dem Verein dabei erst nach längerem Hin und Her zugestanden. Gemeinschaftsfarben der von der Deutschen Reichsbahn und der Hochschule für Verkehrswesen unterstützten Betriebssportgemeinschaft werden Rot und Schwarz.

12. Januar 1966

Am 12. Januar 1966 findet die offizielle Gründungsfeier der FSV Lokomotive Dresden statt. Mit dem neuen Vorsitzenden Herbert Haufe und Günter Köhler werden der 1. und 2. Vorsitzende der BSG Lokomotive Dresden zur FSV Lokomotive Dresden "delegiert".

31. März 1966

Am 31. März 1966 wird beschlossen, dass sich die Sektion Schach bis zum Jahresende 1966 auflösen muss. Die DDR-Sportführung will, dass beim SC Einheit nur noch olympische Sportarten als Leistungszentrum gefördert werden. Man schließt sich der BSG Post Dresden (ab 1. August 1990 Post-SV Dresden) an.

28. Juni 1968

Der Dresdner SC Heidelberg fusioniert am 28. Juni 1968 mit der Freien Turnerschaft Heidelberg zum Heidelberger SC. Die Gründungsfeier findet in der Stadthalle Heidelberg statt. Zwei Jahre später schließt sich am 5. Juni 1970 der TB Heidelberg 1889 dem Heidelberger SC an.

28. Juli 1968

Auf Anordnung der SED-Bezirksleitung Dresden erklärt der DTSB-Bezirksvorstand die SG Dynamo Dresden am 28. Juli 1968 zum Fußball-Leistungszentrum des Bezirkes Dresden. Dadurch ist die FSV Lokomotive Dresden jetzt auch offiziell dazu verpflichtet, sämtliche Talente an die SG Dynamo Dresden abzuführen. Der Sturz in die sportliche Bedeutungslosigkeit ist fortan nicht mehr aufzuhalten. Werner Krolikowski, Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Dresden, bevorzugte eigentlich den zivilen Vertreter FSV Lokomotive Dresden, was die Bezirksleitung auch dem FSV-Leiter Herbert Haufe mitteilte. Auch das Ministerium für Verkehrswesen war bereit, neben dem 1. FC Lokomotive Leipzig eine zweite DDR-Oberliga-Mannschaft zu finanzieren. In einem internen Machtkampf der Politbonzen setzte sich am Ende jedoch Erich Mielke mit seiner Stasi-Mannschaft SG Dynamo Dresden durch. Dynamo-Clubchef wird der ehemalige FSV-Geschäftsführer Wolfgang Hänel. Als erster FSVer muss Stürmer Eduard Geyer zur SGD wechseln.

1970er Jahre[Bearbeiten]

1970

Die Gewichtheber des SC Einheit werden 1970 DDR-Mannschaftsmeister.

September 1970

Die Sektion Eishockey muss sich im September 1970 auflösen. Die DDR-Sportführung beschloss, die Sportart Eishockey, da sie keine Medaillen bei Olympischen Spielen garantierte, nicht mehr zu fördern. Seltsamerweise waren zwei Vereine, die Dynamo-Clubs in Berlin und Weißwasser, nicht von dieser Maßnahme betroffen. Berlin und Weißwasser spielen die DDR-Meisterschaft fortan unter sich aus. Erst nach einer zwölfjährigen Pause und dank der Initiative von zahlreichen ehemaligen Spielern und Fans bleibt das Eishockey in Dresden auf Breitensportniveau erhalten, denn nach langer Suche darf man sich der BSG Verkehrsbetriebe Dresden (ab 1. März 1984 BSG Kraftverkehr Dresden) als Sektion Eishockey anschließen. Im Dezember 1982 wird erstmals wieder ein Eishockeyspiel einer Dresdner Mannschaft ausgetragen.

November 1970

Im November 1970 wird die Sektion Eisschnellauf gegründet.

12. Juli 1972

Beim 1. Heinz-Steyer-Gedenkmeeting am 12. Juli 1972 werden die modernisierten Leichtathletikanlagen und die neue Tartanbahn im Heinz-Steyer-Stadion eingeweiht. Die Laufbahnen wurden auf acht Rundbahnen bzw. zehn Sprintbahnen in der Zielgerade erweitert. Die Grundfläche des Stadions wurde aus Vorsorge gegen Hochwasserschäden noch einmal um 0,5 Meter angehoben. Fortan ist das Stadion Austragungsort für viele hochkarätige Leichtathletik-Wettbewerbe wie Länderkämpfe, die Internationalen Olympischen Tage 1976, 1979 und 1986 oder das Goldene Oval jährlich von 1984 bis 1989.

1972

Die Eissporthalle an der Pieschener Allee im Ostragehege wird 1972 mit einem internationalen Schaulauf eröffnet. Im gleichen Jahr werden die Leichtathletik-Frauen des SC Einheit DDR-Meister über 4 x 100 Meter und DDR-Hallenmeister in der Vierer-Runden-Staffel. 1980 gewinnen sie nochmals den Titel über 4 x 100 Meter.

1973

Die Fechter des SC Einheit werden 1973 erstmals DDR-Mannschaftsmeister im Florett und Degen. Weitere Florett-Titel folgen 1974, 1975, 1976, 1977 und 1979. Als Dresdner SC gewinnt man 1995 den Deutschland-Pokal im Florett. Bereits 1952 wurde SC-Einheit-Vorgänger BSG Motor Dresden-Ost DDR-Frauen-Mannschaftsmeister im Florett.

1978

Das Heinz-Steyer-Stadion erhält 1978 eine elektronische Anzeigetafel mit 10.612 Lichtpunkten. Sie ist 17,22 mal 8,5 Meter groß.

1980er Jahre[Bearbeiten]

28. Oktober 1989

Infolge eines DTSB-Beschlusses werden noch vor dem Mauerfall in den DDR-Sportclubs die Sommer- und Wintersportarten voneinander separiert, was am 28. Oktober 1989 zur Abspaltung vom SC Einheit Dresden und Gründung des ESC Dresden mit den Sektionen Eiskunstlauf und Eisschnelllauf führt. Nach der politischen Wende wird der ESC Dresden schließlich am 28. April 1990 in das Vereinsregister eingetragen. Ebenfalls im April 1990 wechselt die Abteilung Eishockey der BSG Kraftverkehr Dresden (ehemalige Sektion Eishockey des SC Einheit Dresden) zum ESC Dresden. Die 1c-Eishockeymannschaft verlässt später den ESC Dresden und gründet am 17. März 1997 mit dem EHV Dresden Devils einen eigenen Verein. 1998 gründet der ESC Dresden die Para-Eishockeymannschaft Dresden Cardinals und am 4. August 1999 die Profi-Eishockeymannschaft Dresdner Eislöwen. Für seine Eishockey-Junioren gründet der ESC Dresden im Januar 2001 den EHC Neue Eislöwen Dresden, ehe am 1. Mai 2008 alle Nachwuchsspieler wieder in den ESC Dresden zurückkehrten. Zudem werden 2002 die Ice Pilots Dresden gegründet, die auf einen Fanclub der Dresdner Eislöwen zurückgingen. Am 18. Januar 1999 macht sich die Abteilung Eiskunstlauf des ESC Dresden als Dresdner Eislauf-Club selbstständig. Am 6. April 2001 macht sich schließlich auch die Abteilung Eisschnelllauf des ESC Dresden als Eislauf-Verein Dresden selbstständig.

1990er Jahre[Bearbeiten]

31. März 1990

Vereinslogo bis zum 27. November 2014

Nach der politischen Wende erfolgt am 31. März 1990 die Neugründung zunächst als Interessengemeinschaft Dresdner Sportclub 1898. Die DSC-Fahne und die Vereinsfarben Schwarz-Mohnrot erleben ihr schon nicht mehr für möglich gehaltenes Comeback.

19. April 1990

Der Clubvorstand des SC Einheit Dresden beschließt in seiner Vorstandssitzung am 19. April 1990 die Umwandlung in einen Verein und die Umbenennung des SCE in Dresdner SC 1898 durch Annahme einer entsprechenden Vereinssatzung. Die zehn Abteilungen des neuen DSC sind vorerst Fechten, Gewichtheben, Kanu, Leichtathletik, Rudern, Schwimmen, Turnen, Wasserspringen und neu Radsport und Volleyball. Nicht neu eingetretene Beitrittskandidaten waren Bogenschießen, Kegeln, Schach, Tischtennis und Triathlon. Günter Mauckisch als letzter Clubvorsitzender des SC Einheit Dresden wird durch die Umbenennung automatisch auch erster Vorstandsvorsitzender des DSC. Die Gründung der Abteilung Volleyball wurde erst in dieser Sitzung auf Antrag des Vorstands des Deutschen Sportverbands Volleyball der DDR (DSVB) beschlossen. Somit wurde es nun endlich möglich, das seit 1968 ersehnte Leistungszentrum für Frauen-Volleyball auch in Dresden aufzubauen. Bedingt durch die Auflösung einiger Mannschaften durfte das neue Dresdner Frauen-Volleyball-Team 1990/1991 als fünftes DDR-Leistungssportzentrum für Volleyball auf Anhieb in der nur noch aus sieben Vereinen bestehenden ehemaligen DDR-Oberliga starten.

7. Juni 1990

Die FSV Lokomotive Dresden tritt mit all ihren 21 Fußballmannschaften dem Dresdner SC 1898 am 7. Juni 1990 als Abteilung Fußball bei. Lothar Müller, treibende Kraft der DSC-Neugründung, wird erster Fußball-Abteilungsleiter. Am gleichen Tag erhält der Dresdner SC 1898 mit der Eintragung in das Vereinsregister das Kürzel e. V.

9. Juni 1990

"Sport-Dresden erlebte Wiedergeburt des DSC" war auf der Titelseite der Sächsischen Zeitung vom 11. Juni 1990 zu lesen. Die Neugründung des Dresdner SC wurde am Wochenende des 9. und 10. Juni 1990 groß gefeiert. Im Heinz-Steyer-Stadion und im gesamten Sportpark Ostragehege war an beiden Tagen zwischen 9 und 18 Uhr einiges geboten. "Auf ins Ostragehege, dort ist was los!" titelte die SZ. So etwa das 1. DSC-Nachwuchs-Leichtathletik-Sportfest mit 700 aktiven Sportlern (heutiges DSC-Jugendmeeting Leichtathletik), Rhönrad- und Karate-Vorführungen, Talkrunden der Dresdner Sportprominenz, Demonstrationskämpfe in der DSC-Fechthalle, eine Turnparade, Fitnesskurse der Gewichtheber, zwei Nachwuchs-Fußballturniere, zwei Fußball-Freundschaftsspiele, Trampolinspringen und Rollschuhlauf-Wettbewerbe. Es herrschte ein buntes Markttreiben. Mit dem Erwerb eines Programms war man außerdem an einer Tombola beteiligt. Hauptpreis war ein bereits angesparter Bausparvertrag bei der Raiffeisenbank.

10. Juni 1990

Fahnenweihe des Dresdner SC 1898 am 10. Juni 1990 im Heinz-Steyer-Stadion

Höhepunkt der zweitägigen Gründungsveranstaltung am Wochenende des 9. und 10. Juni 1990 war trotz einiger Regenschauer am Sonntag im Heinz-Steyer-Stadion das offizielle Gründungszeremoniell mit der Weihe einer neuen DSC-Vereinsfahne, durchgeführt vor dem Hauptspiel um 15 Uhr, das von der 1. Fußballmannschaft gegen eine Stadtauswahl aus Wiesbaden-Biebrich mit 4:0 gewonnen wurde. Zu den Klängen von Ludwig van Beethovens "Ode an die Freude" zogen junge DSC-Sportler das Banner am Fahnenmast empor. Grußworte sandte der zu diesem Zeitpunkt bereits erkrankte Ex-Bundestrainer Helmut Schön: "Ich bin mit ganzem Herzen an diesen Ehrentagen bei Ihnen. Ich wünsche dem Verein in alter Verbundenheit für die sportliche Zukunft alles Gute und viel Glück." Patenverein der DSC-Neugründung war der SV Stuttgarter Kickers. Kickers-Präsident Axel Dünnwald-Metzler sagte: "Es war für uns, die Stuttgarter Kickers, eine große Freude und Ehre, als wir gebeten wurden, bei der Wiedergründung des traditionsreichen Dresdner Sport-Clubs die Patenschaft zu übernehmen, zumal unsere beiden Vereine annähernd zur selben Zeit gegründet wurden. Freuen wir uns darüber, dass die gesellschaftlichen Veränderungen in der DDR ermöglichen, dass der DSC eine Wiedergründung erfahren darf." Aus der Patenschaft, so der Kickers-Chef, solle eine echte Partnerschaft entstehen, "mit vielen freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Mitgliedern unserer beiden Vereine".

1991

Die Abteilung Rudern macht sich 1991 selbstständig und tritt dem bereits am 7. Juli 1990 wieder gegründeten Dresdner Ruder-Club 1902 bei.

1. April 1991

Die Abteilungen Fechten und Schwimmen des Eisenbahner-SV Dresden schließen sich zum 1. April 1991 den jeweiligen DSC-Abteilungen an.

Herbst 1991

Die Fußballerinnen des SV TuR Dresden (bis 8. Mai 1990 BSG Motor TuR Dresden-Übigau, danach bis 1991 SV Motor TuR Dresden-Übigau) wechseln im Herbst 1991 zum DSC. Schon seit 1968 wurde im Ostragehege Frauenfußball gespielt. Als erste legale Frauenfußballmannschaft in ganz Deutschland wurde im Frühjahr 1968 von Wladimir Zwetkow ein Team bei der BSG Empor Dresden-Mitte (gegründet im Januar 1950 als Zusammenschluss von Teilen der BSG Handelsorganisation Dresden und der BSG Empor Dresden-West, seit 1990 SV Dresden-Mitte 1950) gegründet. Die BSG Empor Dresden-Mitte schloss sich 1981 der BSG Motor TuR Dresden-Übigau an, deren Frauenmannschaft 1972 gegründet wurde. Die größten Erfolge waren die Qualifikation zur neuen zweigleisigen DDR-Frauen-Oberliga, welcher man drei Jahre von 1987/1988 bis 1989/1990 angehörte, 1990/1991 der Gewinn der ersten sächsischen Landesmeisterschaft und die Teilnahme am DFB-Pokal der Frauen 1991/1992.

21. Dezember 1991

Unter dem Titel Der Fluch des bösen Namens erscheint in der Ausgabe 1/1992 des Fußballmagazins aus dem Hause Kicker eine Reportage über die Stasi-Vergangenheit des 1. FC Dynamo Dresden, in der auch erstmals überregional ausführlich über den neugegründeten DSC berichtet wird.

1. Juli 1994

Eine Satzungsänderung auf einer Mitgliederversammlung des Dresdner SC 1898 im April 1994 machte es möglich: Zum 1. Juli 1994 kehrt die Abteilung Schach des Post-SV Dresden nach 28 Jahren wieder als Schachabteilung zum Dresdner SC 1898 zurück.

1994

Die Schachspielerinnen werden Deutscher Pokalsieger. Deutsche Meistertitel folgen 1995, 2000, 2002 und 2006. Bereits 1991 wurden die U-13-Junioren Deutscher Meister. Die U-16-Junioren werden 2005 Deutscher Meister.

1996

Die Abteilung Turnen gründet 1996 einen Bereich Sportakrobatik.

28. März 1997

Ohne jeglichen historischen Bezug erlebt der ATV Dresden am 28. März 1997 als Allgemeiner Turnverein Dresden e. V. eine kurze Wiederauferstehung, wird aber am 21. Februar 2005 passender in WingTsun-Schule Dresden Verein für Kampfkunst und Selbstverteidigung e. V. und am 10. April 2006 in den heutigen Feel Good Sports e. V. umbenannt.

20. Oktober 1998

Mitglieder der Abteilung Fechten gründen am 20. Oktober 1998 den Dresdner Fecht-Club 1998.

2. Dezember 1998

Logo des DSC Fußball 98 bis zum 30. Juni 1999

Aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt am 2. Dezember 1998 die Gründung des Dresdner Sportclub Fußball 98.

9. Dezember 1998

Mitglieder der Abteilung Kanu gründen am 9. Dezember 1998 den Kanu-Club Dresden, der bereits bis 1945 existierte.

17. Dezember 1998

Der Beitritt der Abteilung Fußball des Dresdner SC 1898 zum Dresdner SC Fußball 98 erfolgt am 17. Dezember 1998 während der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Abteilung Fußball im Bürohaus Bürgerwiese an der St. Petersburger Straße.

21. Dezember 1998

Außerordentliche Mitgliederversammlung des Dresdner SC 1898 am 21. Dezember 1998 im Verwaltungsgebäude der AOK Sachsen an der Hepkestraße: Die Abteilung Kanu, die kurzfristig ihren Austritt aus dem Verein beantragte, wurde aus dem DSC entlassen. 135 der 137 anwesenden stimmberechtigten Vereinsmitglieder (eine Gegenstimme, eine Enthaltung) stimmten dafür. Die Abteilung schließt sich dem Kanu-Club Dresden an. Für die Selbstständigkeit der Abteilung Fußball stimmten 119 der 137 anwesenden stimmberechtigten Vereinsmitglieder (zehn Gegenstimmen, acht Enthaltungen).

12. Januar 1999

Mit der Eintragung in das Vereinsregister erhält der Dresdner SC Fußball 98 am 12. Januar 1999 das Kürzel e. V.

25. Januar 1999

Logo des DSC Fußball 98 ab dem 1. Juli 1999

Der Spielbetrieb der 21 DSC-Fußballmannschaften findet ab dem 25. Januar 1999 unter dem Namen Dresdner SC Fußball 98 statt.

7. Februar 1999

Die DSC-Volleyballerinnen werden am 7. Februar 1999 erstmals Deutscher Pokalsieger.

13. April 1999

Die Abteilung Fechten, die ihren Austritt aus dem Verein beantragte, wurde bei der Mitgliederversammlung am 13. April 1999 aus dem Dresdner SC 1898 entlassen. Die Abteilung schließt sich dem Dresdner Fecht-Club 1998 an.

8. Mai 1999

Die DSC-Volleyballerinnen werden am 8. Mai 1999 erstmals Deutscher Meister.

1. August 1999

Der DSC Fußball 98 zieht aus dem Stadion aus und eröffnet zum 1. August 1999 seine neue Geschäftsstelle in der Könneritzstraße 11.

2000er Jahre[Bearbeiten]

7. August 2002

Am 7. August 2002 findet der erste Spatenstich zur DSC-Trainingshalle im Sportpark Ostragehege statt.

13. August 2002

Jahrhunderthochwasser in Dresden: Die Flutwelle des Flusses Weißeritz verwüstet am 13. August 2002 das Ostragehege. Die Sportanlagen sind fast ein Jahr lang unbenutzbar, die Aktiven müssen auf andere Sportanlagen in Dresden und Umland ausweichen.

15. Oktober 2003

Am 15. Oktober 2003 wird die DSC-Trainingshalle feierlich eröffnet.

2004

Die Sportakrobaten werden 2004 erstmals Deutscher Junioren-Meister. 2005 wird der Erfolg wiederholt.

1. April 2004

Die Abteilung Gesundheitssport wird am 1. April 2004 gegründet.

10. Juli 2004

Vereinslogo des Dresdner SC Friedrichstadt

Der Dresdner SC Friedrichstadt wird am 10. Juli 2004 als mögliche Auffanglösung für den insolvenzgefährdeten Dresdner SC Fußball 98 gegründet.

1. September 2004

Aus Kostengründen gibt der DSC Fußball 98 seine angemieteten Geschäftsstellenräume in der Könneritzstraße 11 nach fünf Jahren und einem Monat auf und zieht zum 1. September 2004 zurück in die Steintribüne des Heinz-Steyer-Stadions in der Pieschener Allee 1. Die dort in der Zwischenzeit untergebrachte Abteilung Leichtathletik hatte ihre Geschäftsräume zuvor in die DSC-Trainingshalle verlegt.

2005

Die A-Junioren-Leichtathleten des DSC werden 2005 erstmals Deutscher 4-x-400-Meter-Meister. 2006 wird der Erfolg wiederholt. 2007 wird man zudem Deutscher 4-x-200-Meter-Hallenmeister. 2009 werden die A-Juniorinnen Deutscher 4-x-200-Meter-Hallenmeister.

18. November 2005

Das Präsidium des Dresdner SC Fußball 98 meldet am 18. November 2005 nach jahrelanger Verschleppung beim Amtsgericht Dresden Insolvenz wegen Zahlungsunfähigkeit an.

21. Dezember 2005

Mit der Eintragung in das Vereinsregister erhält der Dresdner SC Friedrichstadt am 21. Dezember 2005 das Kürzel e. V.

25. April 2006

Das Insolvenzverfahren des Dresdner SC Fußball 98 wird am 25. April 2006 eröffnet.

1. Juli 2006

Die Abteilung Schach macht sich selbstständig und wechselt zum 1. Juli 2006 geschlossen zum USV TU Dresden.

30. November 2006

78 Prozent der Mitglieder der Delegiertenversammlung am 30. November 2006 beschließen die Neugründung einer Fußballabteilung zum 1. Juli 2007.

1. Januar 2007

Zum 1. Januar 2007 werden die Abteilungen Allgemeine Sportgruppe und Golf gegründet.

1. Juli 2007

Die Mitglieder des Dresdner SC Fußball 98 und des Dresdner SC Friedrichstadt schließen sich mehrheitlich als neue Fußballabteilung dem Dresdner SC 1898 an. Die beiden Vereine werden in der Folge abgewickelt.

2010er Jahre[Bearbeiten]

26. Juni 2012

Bei der Delegiertenversammlung am 26. Juni 2012 wird die Abteilung Schwimmen in Abteilung Schwimmen und Wasserball umbenannt.

17. Juli 2013

Die Liquidation des Dresdner SC Fußball 98 wird am 17. Juli 2013 von Amts wegen beendet. Seit diesem Tag gilt der Verein als erloschen.

27. November 2014

Vereinslogo seit dem 27. November 2014

Das DSC-Präsidium veröffentlicht am 27. November 2014 ein neues umstrittenes Vereinslogo ohne einen dafür nötigen Beschluss der Delegiertenversammlung, womit gegen § 1 Absatz 3 der Vereinssatzung verstoßen wurde.

2015

2015 wird die Abteilung Turnen in Abteilung Turnen und Sportakrobatik umbenannt.

27. Juli 2015

Ab dem 27. Juli 2015 wird beim DSC auch Sitzvolleyball gespielt. Schon 2019 wird das Team erstmals Deutscher Meister.

26. November 2015

Mit einstimmigem Votum wird bei der Delegiertenversammlung am 26. November 2015 die Auflösung der Abteilung Golf zum 31. Dezember 2015 beschlossen. Die Abteilung, die zuletzt 18 Mitglieder zählte, kämpfte seit Jahren mit einer sinkenden Nachfrage. "Der Golfsport hat generell noch immer ein Nachwuchsproblem", sagte der scheidende Abteilungsleiter Marco Feller.

1. Juli 2017

Die Wasserballer machen sich selbstständig und wechseln zum 1. Juli 2017 geschlossen zum SWV TuR Dresden. Die Abteilung Schwimmen und Wasserball wird in Abteilung Schwimmen zurückbenannt.

4. August 2017

Als Ersatz für die ab dem 16. März 2015 abgerissene Holztribüne wird am 4. August 2017 die neu erbaute Nordtribüne eingeweiht. In 15 Monaten Bauzeit entstand eine moderne und funktionale Tribüne aus Stahlbeton mit elf überdachten Sitzreihen, auf denen 1.864 Personen in vier Blöcken dem Geschehen folgen können. Davon befinden sich vor der ersten Reihe 20 Rollstuhlplätze mit je einem Sitzplatz für eine Begleitperson. Die blauen Sitze sollen die Elbe widerspiegeln, die grauen Sitze den Rahmen zum Bau aus Beton und Stahl bilden. Im rückseitigen Bereich der Tribüne befinden sich die Toiletten mit Behinderten-WC sowie Lager- und Technikräume. Der Unterbau hat eine Nutzfläche von etwa 600 Quadratmetern. Zwischen Tribüne und Hochwasserschutzmauer wurde eine vier Meter breite Fahrspur geschaffen, die zum Aufstellen von bis zu vier mobilen Kiosken sowie als Zufahrt für Rettungsfahrzeuge dient.