Woldemar Bier

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Woldemar Bier um 1880

Prof. Ernst Woldemar Bier (* 25. Juni 1840 in Schandau; † 7. Januar 1906 in Dresden) war ein deutscher Turnlehrer und Direktor der Königlich-Sächsischen Turnlehrerbildungsanstalt in Dresden-Friedrichstadt.

Privatleben[Bearbeiten]

Gedenktafel am Geburtshaus von Prof. Woldemar Bier in Bad Schandau

Woldemar Bier wurde am 25. Juni 1840 in Schandau als Sohn von Ernst Friedrich Wilhelm Bier und Emilie Ernestine Bier (geb. Alberti) geboren und wuchs unter ärmlichen Verhältnissen in Annaberg auf. Am 11. Juni 1867 heiratete er Sidonie Bier (geb. Roder) in der Dresdner Annenkirche.

Der Familienvater wurde als sehr offener, warmherziger Mensch beschrieben, der dank seiner guten Rhetorik seine Mitstreiter begeistern konnte. Biers "jugendfrische Tatkraft" wurde besonders gelobt.

Woldemar Bier verstarb am 7. Januar 1906 im Alter von 65 Jahren in Dresden. Er wurde auf dem Inneren Neustädter Friedhof bestattet.

Laufbahn als Turnlehrer[Bearbeiten]

Woldemar Bier begann in Annaberg eine Ausbildung zum Volksschullehrer und wurde 1859 zunächst Hilfslehrer in Schwarzenberg. Im Herbst 1860 wechselte er an die Bürgerschule in Chemnitz, wo er 1861 seine Laufbahn als Turnlehrer begann. 1864 wurde er Assistent an der Königlich-Sächsischen Turnlehrerbildungsanstalt in Dresden. Ab 1867 war Woldemar Bier als Oberturnlehrer in Zwickau tätig, ab 1871 als Turnlehrer in Salzburg.

Woldemar Bier wurde am 20. April 1874 Oberturnlehrer des neu gegründeten Königlichen Gymnasiums zu Dresden-Neustadt. Bald darauf wurde er Vorsitzender des Dresdner Turnlehrervereins.

Von 1. Januar 1882 bis 1905 war er als Nachfolger von Prof. Dr. Moritz Kloß Direktor der Königlich-Sächsischen Turnlehrerbildungsanstalt. Kurz vor seinem Ruhestand wurde er 1905 noch in den Rang eines Professors versetzt.

1895 begründete Woldemar Bier die Zeitschrift Der Turner aus Sachsen. Schon seit 1882 war er zudem Herausgeber der Jahrbücher der deutschen Turnkunst. Maßgeblich beteiligt war er an der Planung des 6. Deutsche Turnfestes, das vom 18. bis zum 23. Juli 1885 mit 19.803 Teilnehmern in Dresden stattfand.

Förderer des Dresdner Ballsports[Bearbeiten]

Unter der Leitung von Woldemar Bier spielten 12- bis 14-jährige Dresdner Jungen im Herbst 1886 erstmals auf der Schmelzwiese im Ostragehege organisiert Fußball mit Aufnehmen des Balls (Rugby). Im Sommer 1887 ließ er sich direkt aus London für zehn Mark einen Lederball schicken.

Generelle Jugendspiele unter Woldemar Bier gab es bereits seit dem 21. Juni 1884 auf verschiedenen Plätzen in Dresden. Association-Fußball stand spätestens ab 1890 auf dem Programm.

Weblink[Bearbeiten]