Zur Sorge

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Restaurant "Zur Sorge" als Postkartenmotiv 1907

Zur Sorge war eine Dresdner Gaststätte an der Nossener Brücke im Stadtteil Südvorstadt nahe Löbtau, die vom Spätsommer 1904 bis zum 31. März 1912 als Vereinslokal und Sportheim des Dresdner SC genutzt wurde.

DSC-Vereinslokal[Bearbeiten]

Damaliger Inhaber der Lokalität war Georg Hoppert, der somit als Vereinswirt angesehen wurde. Das direkt hinter dem Gasthaus liegende DSC-Gelände – heutiger Großparkplatz zwischen Pulvermühlenpark und Fabrikstraße – verfügte über drei Spielfelder und im Lokal über einen großzügigen Umkleideraum mit Waschgelegenheit. Die Plätze wurden anfangs für eine Jahresmiete von 2.000 Mark gepachtet. Später wurde die Summe auf ungefähr die Hälfte vermindert. Georg Hoppert stellte dem DSC gratis seine Kegelbahn und einen ehemaligen und nun umgebauten Ziegenstall als Räumlichkeiten zur Verfügung. Im Freien stand zudem eine Wasserpumpe.

Chronik[Bearbeiten]

Das Gasthaus mit der Adresse Am Weißeritzmühlgraben 12 wurde vor dem 17. Jahrhundert als Wirtschaftshof angelegt. Um 1700 war der Dresdner Zeughauptmann Johann Gottfried Schmidt Eigentümer des Grundstücks. Im 19. Jahrhundert gehörte das Grundstück zu Schlotters Gut an der heutigen Zwickauer Straße. Nach 1850 wurden einige Gebäude abgerissen und es entstand schließlich das auch Neue Sorge genannte Gasthaus in einem früheren Nebengebäude – mit Kegelbahn und Biergarten. Es entwickelte sich um 1900 zu einem beliebten Ausflugslokal. 1926 schloss die Gastwirtschaft im Zusammenhang mit Baumaßnahmen in der Umgebung ihre Pforten, als am Weißeritzmühlgraben kein Durchgangsverkehr mehr möglich war. 1945 wurde das historische Gemäuer ebenso wie das Alte Sorge genannte Ökonomiegebäude zerstört. Auf dem alten Grundriss des Gasthauses entstand später ein Wohngebäude.

Restaurant "Zur Sorge" als Postkartenmotiv um 1910

Mythos "Sorge"[Bearbeiten]

Der spätere und letzte DSC-Vereinsführer Alwin Weinhold brachte schon 1928 die Erinnerung an seine Jugendzeit zu Papier:

Dort in dem Restaurant "Zur Sorge" gab's keine Sorge. Dort herrschte immer fröhliches Leben und es verging kaum ein Sonntag, an dem nicht ein fröhlicher Kommers gestiegen wäre.

Zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg war es bei den treuen DSC-Fans sehr hoch angesehen, wenn man von sich behaupten konnte, "schon bei den Spielen in der Sorge dabei gewesen" zu sein. Viele DSCer verklärten später die Zeit an der Nossener Brücke. Dies erscheint aus heutiger Sicht aber folgerichtig, denn schließlich erlebte der DSC hier seine erste große Blüte verbunden mit einem enormen Vereinswachstum.