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Die '''Sportgemeinschaft Dynamo Dresden e. V.''' (kurz '''SG Dynamo Dresden''' oder '''SGD''' genannt) ist ein traditionsreicher ehemaliger Polizei-Sportverein aus dem [[Dresden|Dresdner]] Stadtteil [[Seevorstadt-Ost]], in dem heute ausschließlich die Sportart [[Fußball]] betrieben wird. Die SG Dynamo Dresden ist aktuell der mitgliederstärkste Sportverein [[Sachsen|Sachsens]].
Der Verein war zwischen [[1921]] und [[1990]] stets eine Sportgemeinschaft der Landespolizei Sachsen, später der Ordnungspolizei im Dritten Reich bzw. der Deutschen Volkspolizei der [[DDR]]. Zwischen [[1953]] und [[1990]], als die SGD der [[Sportvereinigung Dynamo]] unterstand, war man nicht mehr nur eine Sportgemeinschaft des für die Polizei zuständigen [[Ministerium des Innern|Ministeriums des Innern]], sondern auch der Zollverwaltung der DDR und maßgeblich des [[Ministerium für Staatssicherheit|Ministeriums für Staatssicherheit]] und der Zollverwaltung der DDR.
== Vereinsgeschichte ==
[[Datei:Logo-Dynamo-Dresden-2002-2011.png|150px|mini|rechts|Vereinslogo von 2002 bis 2011]]
[[1921]] wurde entstand die [[SG Dresdner Polizei]] gegründet, welche direkt aus den Fußballmannschaften der Polizeidirektion Abteilungen I und II der sächsischen Landespolizei in Dresden unterstand und deren Abteilung Fußball [[1925]] entstand. Am [[29. März]] [[1928]] wurde diese lose Sportgemeinschaft in einen eingetragenen Verein namens [[VfL Dresdner Polizei]] umgewandelt. Am [[7. Dezember]] 1928 entstand zudem der [[Dresdner Polizei-Schwimmverein]], der sich am [[22. März]] [[1932]] in [[Polizei-SV Dresden]] umbenannte. Der VfL Dresdner Polizei beschloss am [[30. April]] 1932 seine Selbstauflösung und zuvor am 22. März 1932 den Anschluss an den Polizei-SV Dresden. Am [[30. Oktober]] [[1942]] musste sich der Polizei-SV Dresden in [[SG Ordnungspolizei Dresden]] umbenennen. Die Fußballmannschaft der SG OrPo, wie der Verein abgekürzt genannt wurde, war neben den Polizeiangehörigen nun auch offen für Angehörige der Schutzstaffel (SS). [[1945]] wurde der Verein verboten und aufgelöst und am [[22. Oktober]] [[1946]] schließlich aus dem Vereinsregister gelöscht. Als direkter Nachfolger entstand bereits Anfang 1946 die [[Volkspolizei-SG Dresden]], welche gut zweieinhalb Jahre später zum [[1. Oktober]] [[1948]] auch formal gegründet wurde. Durch die Gründung der übergeordneten [[Sportvereinigung Deutsche Volkspolizei]] wurde die Volkspolizei-SG Dresden am [[20. Juni]] [[1950]] in [[SV Deutsche Volkspolizei Dresden]] umbenannt. Die Sportvereinigung Deutsche Volkspolizei wurde am [[27. März]] [[1953]] von der konspirativ bereits im Juli [[1952]] gegründeten [[Sportvereinigung Dynamo]] übernommen. Die dadurch erneut fällige Umbenennung in SG Dynamo Dresden wurde am [[12. April]] 1953 vorgenommen. Die SG Dynamo Dresden wurde am [[28. Mai]] [[1990]] in einen eingetragenen Verein namens [[1. FC Dynamo Dresden]] umgewandelt, der seit dem [[1. Juli]] [[2007]] wieder SG Dynamo Dresden heißt.
== Ausgliederungen ==
== Fußball ==
Bereits ab [[1925]] der Gründung 1921 wurde in der damaligen [[SG Dresdner Polizei]] und später im [[VfL Dresdner Polizei]], im [[Dresdner Polizei-Schwimmverein]] (jeweils ab 1928), im [[Polizei-SV Dresden]] (ab 1932), in der [[SG Ordnungspolizei Dresden]] (ab 1942) und in der [[Volkspolizei-SG Dresden]] (ab 1946) [[Fußball]] gespielt.
Die Volkspolizei-SG Dresden war eine von 20 teilnehmenden Mannschaften am [[Fußball-Aufbauturnier Dresden]], der ersten [[Dresden|Dresdner]] Stadtmeisterschaft nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], welche vom [[17. März]] bis zum [[6. Juli]] [[1946]] ausgespielt wurde.
Zweieinhalb Jahre später erklärte der DTSB-Bezirksvorstand auf Anordnung der SED-Bezirksleitung Dresden die SG Dynamo Dresden am [[28. Juli]] [[1968]] zum Fußball-Leistungszentrum des Bezirkes Dresden. Dadurch war die FSV Lokomotive Dresden offiziell dazu verpflichtet, fortan sämtliche Talente an die SG Dynamo Dresden abzuführen. [[Werner Krolikowski]], Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Dresden, bevorzugte eigentlich den zivilen Vertreter FSV Lokomotive Dresden, was die Bezirksleitung auch dem FSV-Leiter [[Herbert Haufe]] mitteilte. Auch das [[Ministerium für Verkehrswesen]] war bereit, neben dem [[1. FC Lokomotive Leipzig]] eine zweite [[DDR-Oberliga]]-Mannschaft zu finanzieren. In einem internen Machtkampf der Politbonzen setzte sich am Ende jedoch [[Erich Mielke]] mit seiner [[Stasi]]-Mannschaft SG Dynamo Dresden durch. Dynamo-Clubchef wurde der ehemalige FSV-Geschäftsführer [[Wolfgang Hänel]]. Als erster FSVer musste Stürmer [[Eduard Geyer]] zur SGD wechseln. Bedingt durch diesen abermaligen politischen Eingriff entwickelte sich die SG Dynamo Dresden bis zur politischen Wende zu einer der erfolgreichsten Fußballmannschaften der DDR.
Von den Folgen der jahrzehntelangen staatlichen Bevorteilung – noch im Sommer 1990 wurden dem Club 5 Mio. DM Steuergelder durch den letzten DDR-Innenminister Dr. Peter-Michael Diestel, der [[2001]] wegen Veruntreuung von Geldern des [[Ministerium des Innern|Ministeriums des Innern]] im Wendejahr 1990 verurteilt wurde, zugeschoben – profitierte der Verein noch im wiedervereinigten Deutschland, als der neue [[1. FC Dynamo Dresden]] [[1991]] in die [[Fußball-Bundesliga|Bundesliga]] aufgenommen wurde. In der höchsten Spielklasse des gesamtdeutschen Fußballs konnte sich der Verein noch vier Spielzeiten bis [[1995]] halten. Bedeutsame Erfolge, außer drei vier Aufstiegen in die [[2. Fußball-Bundesliga|2. Bundesliga]] [[2004]], [[2011]], [[2016]] und [[20162021]], konnten bis heute nicht mehr errungen werden.
== Größte Erfolge im Fußball ==