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Hertha BSC/DSC – SC Westend 1901 Berlin (29.10.1950): Unterschied zwischen den Versionen

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Hertha BSC/DSC: Birkner - Jungnickel, Jakubke - Max Kreische, Hövermann, Kunstmann - Wenske, Hans Kreische, Lehmann, Küchenmeister, Drognitz
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SC Westend 1901 Berlin: Gossert - Sargatzky, Schwope - Mickler, Läßker, Darge - Borchert, Afeldt, Wilke, von Bronikowski, Reitz
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Schiedsrichter: Kubilun (Grün-Weiß)
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Tore: 1:0 Küchenmeister (2.), 2:0 Lehmann (44.), 2:1 Reitz (48.), 3:1 Küchenmeister (49.), 4:1 Lehmann (68.), 5:1 Küchenmeister (84.)
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Zuschauer: 1.500 an der Birkenstraße
  
 
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== Spielbericht ==
 
== Spielbericht ==
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Zwei unglückliche Verlierer des Vorsonntags gegeneinander: Das versprach Kampf um jeden Meter Boden auf dem herbstlichen Rasenteppich an der Birkenstraße. Und die Aussichten auf ein wirklich spannendes Spiel für die nur 1.500 Zuschauer standen nicht schlecht, als drei Minuten nach der Halbzeit Reitz das Anschlusstor für die rot-blauen Charlottenburger schoss. Aber diese Freude dauerte nicht einmal eine Minute: Ehe der Sekundenzeiger einmal herum war, hatte Küchenmeister bei einer unglücklichen Abwehr des sonst hervorragenden Westender Schlussmanns Gossert den alten Abstand wiederhergestellt. An diesem dritten Tor zerbrach der Kampfeswille Westends. Ein zusammenhangloser Sturm, in dem die Aktionen bis zum Schlusspfiff des ausgezeichneten Schiedsrichters Kubilun Stückwerk blieben, vermochte das Blatt nicht mehr zu wenden. Und mit zunehmender Spieldauer zerfiel die Hintermannschaft Westends von Minute zu Minute mehr. Resignierte gegen einen auf vollen Touren laufenden Hertha-Sturm, der, des sicheren Sieges gewiss, mehr als einmal die Zügel schleifen ließ, mit dem Ball herumkasperte und drei, vier weitere aussichtsreiche Situationen ungenützt ließ. Mit diesen fünf Toren war Westend noch gut bedient.
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Den Charlottenburgern steckte augenscheinlich noch die große Leistung gegen Meister TeBe in den Knochen. Nur so ist es erklärlich, dass das von den Läufern immer wieder nach vorn geworfene Hertha-Quintett sich nach Belieben ausbreiten konnte. Oft standen Lehmann und Co. in der gegnerischen Hälfte nur noch drei Abwehrspieler gegenüber. Hilflos pendelten die Westender Außenläufer im Mittelfeld herum, mattgesetzt von zwei, drei verwirrenden Zügen des Gegners. Nach dem dritten, in diesem Falle spielentscheidenden Tor, stellte Westend laufend um. Zunächst wurde Mickler Mittelläufer. Als Läßker für Minuten verletzt ausschied, nahm der lange Darge seinen Posten ein. Mittelläufer Nummer vier wurde Wilke, der zwar die weiß-blaue Fünferreihe auch nicht bremsen konnte, aber vorher durch zahlreiches Meckern und Aufstecken manchem seiner Kameraden die Lust genommen hatte.
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Beim Berliner Altmeister gab es keinen schwachen Punkt. Schöns Posten war durch den blonden, sonst in der Läuferreihe spielenden Hans Kreische hervorragend besetzt. Seinen Stammposten nahm sein Bruder Max Kreische ein, der zusammen mit Kunstmann ein gleich gutes Zerstörungs- wie Aufbauspiel lieferte. Jungnickel und Jakubke sorgten mit befreienden Schlägen für Luft. Unauffällig aber sicher war Hövermann. Birkner war zwar gegen den einzigen Treffer Westends machtlos, wartete aber am Rande des Geschehens mit seinen üblichen, nun langsam albern werdenden Gags auf. Imposant das Quintett: Wenske in glänzender Spiellaune und wieselschnell, Hans Kreische als pendelnder Halber schuf mit Vorlagen in den freien Raum laufend Gefahr, Lehmann spielte seine Nebenmänner hervorragend frei und war zusammen mit dem glänzend aufgelegten Küchenmeister maßgeblich an den fünf Toren beteiligt. Auch Drognitz, der den besten Mann der Westender Abwehr, Sargatzky, gegen sich hatte, wartete mit Kabinettstückchen von der Außenlinie auf. Verständlich, dass Hertha, den sicheren Sieg vor Augen, in der letzten halben Stunde nur noch tändelte.
  
 
[[Kategorie:Fußballspiel]]
 
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[[Kategorie:Hertha BSC/DSC]]
 
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Aktuelle Version vom 24. August 2023, 07:27 Uhr

SpielstatistikBearbeiten

Hertha BSC/DSC: Birkner - Jungnickel, Jakubke - Max Kreische, Hövermann, Kunstmann - Wenske, Hans Kreische, Lehmann, Küchenmeister, Drognitz

SC Westend 1901 Berlin: Gossert - Sargatzky, Schwope - Mickler, Läßker, Darge - Borchert, Afeldt, Wilke, von Bronikowski, Reitz

Schiedsrichter: Kubilun (Grün-Weiß)

Tore: 1:0 Küchenmeister (2.), 2:0 Lehmann (44.), 2:1 Reitz (48.), 3:1 Küchenmeister (49.), 4:1 Lehmann (68.), 5:1 Küchenmeister (84.)

Zuschauer: 1.500 an der Birkenstraße

SpielberichtBearbeiten

Zwei unglückliche Verlierer des Vorsonntags gegeneinander: Das versprach Kampf um jeden Meter Boden auf dem herbstlichen Rasenteppich an der Birkenstraße. Und die Aussichten auf ein wirklich spannendes Spiel für die nur 1.500 Zuschauer standen nicht schlecht, als drei Minuten nach der Halbzeit Reitz das Anschlusstor für die rot-blauen Charlottenburger schoss. Aber diese Freude dauerte nicht einmal eine Minute: Ehe der Sekundenzeiger einmal herum war, hatte Küchenmeister bei einer unglücklichen Abwehr des sonst hervorragenden Westender Schlussmanns Gossert den alten Abstand wiederhergestellt. An diesem dritten Tor zerbrach der Kampfeswille Westends. Ein zusammenhangloser Sturm, in dem die Aktionen bis zum Schlusspfiff des ausgezeichneten Schiedsrichters Kubilun Stückwerk blieben, vermochte das Blatt nicht mehr zu wenden. Und mit zunehmender Spieldauer zerfiel die Hintermannschaft Westends von Minute zu Minute mehr. Resignierte gegen einen auf vollen Touren laufenden Hertha-Sturm, der, des sicheren Sieges gewiss, mehr als einmal die Zügel schleifen ließ, mit dem Ball herumkasperte und drei, vier weitere aussichtsreiche Situationen ungenützt ließ. Mit diesen fünf Toren war Westend noch gut bedient.

Den Charlottenburgern steckte augenscheinlich noch die große Leistung gegen Meister TeBe in den Knochen. Nur so ist es erklärlich, dass das von den Läufern immer wieder nach vorn geworfene Hertha-Quintett sich nach Belieben ausbreiten konnte. Oft standen Lehmann und Co. in der gegnerischen Hälfte nur noch drei Abwehrspieler gegenüber. Hilflos pendelten die Westender Außenläufer im Mittelfeld herum, mattgesetzt von zwei, drei verwirrenden Zügen des Gegners. Nach dem dritten, in diesem Falle spielentscheidenden Tor, stellte Westend laufend um. Zunächst wurde Mickler Mittelläufer. Als Läßker für Minuten verletzt ausschied, nahm der lange Darge seinen Posten ein. Mittelläufer Nummer vier wurde Wilke, der zwar die weiß-blaue Fünferreihe auch nicht bremsen konnte, aber vorher durch zahlreiches Meckern und Aufstecken manchem seiner Kameraden die Lust genommen hatte.

Beim Berliner Altmeister gab es keinen schwachen Punkt. Schöns Posten war durch den blonden, sonst in der Läuferreihe spielenden Hans Kreische hervorragend besetzt. Seinen Stammposten nahm sein Bruder Max Kreische ein, der zusammen mit Kunstmann ein gleich gutes Zerstörungs- wie Aufbauspiel lieferte. Jungnickel und Jakubke sorgten mit befreienden Schlägen für Luft. Unauffällig aber sicher war Hövermann. Birkner war zwar gegen den einzigen Treffer Westends machtlos, wartete aber am Rande des Geschehens mit seinen üblichen, nun langsam albern werdenden Gags auf. Imposant das Quintett: Wenske in glänzender Spiellaune und wieselschnell, Hans Kreische als pendelnder Halber schuf mit Vorlagen in den freien Raum laufend Gefahr, Lehmann spielte seine Nebenmänner hervorragend frei und war zusammen mit dem glänzend aufgelegten Küchenmeister maßgeblich an den fünf Toren beteiligt. Auch Drognitz, der den besten Mann der Westender Abwehr, Sargatzky, gegen sich hatte, wartete mit Kabinettstückchen von der Außenlinie auf. Verständlich, dass Hertha, den sicheren Sieg vor Augen, in der letzten halben Stunde nur noch tändelte.